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	<title>Kommentare zu: Knol ist da</title>
	<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2008-07-27-knol-ist-da,39.html</link>
	<description>Das Blog zum Buch</description>
	<pubDate>Tue, 06 Jan 2009 21:18:38 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Schwarze Feder</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2008-07-27-knol-ist-da,39.html#comment-695</link>
		<dc:creator>Schwarze Feder</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 20:57:09 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2008-07-27-knol-ist-da,39.html#comment-695</guid>
		<description>Seit gestern bietet Knol nun auch die GFDL-ähnliche Lizensierungsform cc-by-sa 3.0. Die nächste GFDL-Variante, die erscheint, soll mit der Share-Alike Variante von cc kompatibel sein. Bei Google-Knol heißt es, das zu diesem Zeitpunkt, bis jetzt (currently) die Lizensierungen nicht kompatibel sind.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Seit gestern bietet Knol nun auch die GFDL-ähnliche Lizensierungsform cc-by-sa 3.0. Die nächste GFDL-Variante, die erscheint, soll mit der Share-Alike Variante von cc kompatibel sein. Bei Google-Knol heißt es, das zu diesem Zeitpunkt, bis jetzt (currently) die Lizensierungen nicht kompatibel sind.</p>
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		<title>Von: Schwarze Feder</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2008-07-27-knol-ist-da,39.html#comment-453</link>
		<dc:creator>Schwarze Feder</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2008 11:12:06 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2008-07-27-knol-ist-da,39.html#comment-453</guid>
		<description>Nachdem Google-Knol nun seit sechs Wochen existiert, vielleicht eine kurze Bilanz vom Verhältnis Wikipedia-Knol.

Zunächst ist Knol meiner Meinung nach kritischer zu betrachten als Wikipedia. Jeder dritte Treffer einer Google-Suche landet auf Wikipedia-Artikel und damit in einen werbefreien Raum. Es wird gemutmaßt, dass dies ein Grundmotiv ist für Google, eine eigene Wissensplattform aufzumachen.

Will Google also den "Content" (ein inzwischen ökononomistischer Begriff, mit dem kommerzialisierbares Internet-Wissen bezeichnet) von Wikiepdia abziehen? Dagegen spricht, dass Knol drei Lizensierungen vorsieht (Copyright und zwei CC-Lizenzen), die alle nicht mit der GNU-Lizenz von Wikipedia kompatibel sind. Es wird auch nicht die der GNU-Lizenz ähnliche CC-by-sa als Lizensierungsmöglichkeit angeboten, obwohl Knol damit seine Hände in Unschuld waschen könnte, wenn irgendwann auf Betreiben Jimbo Wales GNU und CC-by-sa kompatibel sein sollten und damit quasi alle Wikipedia-Artikel nach Knol kopiert werden könnten. 
Weiter spricht dagegen, dass Suchmaschinen für jedes Knol ähnlichen Inhalt im Internet aufspüren und dieser ähnliche Inhalt mit Prozentangabe neben dem Knol aufgelistet wird. Und es wird tatsächlich auch von Knol darauf reagiert, wenn Wikipedia-Plagiate kopiert werden. Zumindest in einem Fall, wo wir achtzig Wikipedia-Plagiate eines Knol-Autoren "geflagt" hatten, wurden nicht nur die Artikel, sondern auch der Autor gesperrt.

Aber Knol ergreift im Gegensatz zu Wikipedia keine eigene Initiative, Plagiate zu löschen. Man muss quasi die "Artikel melden"-Funktion zweckentfremden, um Plagiate zu melden. Und man darf sich weder davon abschrecken lassen, dass Google darum bittet, die Plagiate mit der Post (also Briefumschlag etc) zu schicken noch von dem Hinweis, dass das Melden von Plagiaten eine Verleumdung darstellen könne, die gegebenenfalls strafrechtliche verfolgt wird.

Knol ist also nicht darauf angelegt, Wikipedia-Artikel hineinzukopieren. Knol ist allerdings auch nicht so konzipiert, dass ein illegales Wikipedia-kopieren effektiv verhindert wird.

Inhaltlich ist der Unterschied zu Wikipedia offensichtlich: In Knol kann alles stehen, in Wikipedia nur enzyklopädische Artikel. Im deutschsprachigen Knol findet sich entsprechend sehr viel Schrott. Neben einigen wenigen guten enzyklopädischen Artikeln finden sich minimalistische Artikel (Stubs), sehr viel Werbung, Wikipedia-Klone und sogenannte How-Toos, d.h. praktische Tipps. Gerade diese Tipps scheinen sehr interessant zu sein und führen auch zu einer Hinterfragung von dem, was als enzyklopädisches Wissen zu gelten hat. Um mit Bourdieu zu sprechen: das enzyklopädische Wissen von Wikipedia basiert - gerade im deutschsprachigen Wikipedia - auf einer scholastischen Abgehobenheit. Allerdings wird hier Knol dann eher zu einer Konkurrenz für die How-Toos-Wissensplattformen als für Wikipedia.

Auf der formalen Ebene zeigt sich der Unterschied darin, dass Knol auf Programmierung setzt und Wikipedia auf Community. Während man es bei Knol mit Programmen zu tun hat, trifft man bei Wikipedia immer auf Menschen. Gerade weil Knol noch in der Beta-Version exisitiert, ist diese Programm-Fixierung momentan eine Katastrophe. Man wartet nicht nur Wochen über Wochen darauf, dass ein Bug gefixt wird, sondern man hat es mit anonymen Ansprechpartnern zu tun. Und das ist tödlich. Wer sehnt sich nicht nach der guten alten Zeit, wo man bei Problemen bspw. mit dem Telefonanschluss ein kompetentes Gegenüber hatte, statt arme Seelen im Call-Center, die ja auch nichts dafür können, dass man ein Problem hat. So ähnlich ist es bei Google-Knol: keine arroganten Admins, mit denen man sich hervorragend streiten kann, sondern formalisierte Antworten.

Und hier sehe ich auch die Antwort von Wikipedia auf Knol: Wikipedia ist in erster Linie eine Community. Dies muss Wikipedia stärker reflektieren. Sie sollte die Autoren ernster nehmen. Hier liegt die Stärke gegenüber dem Internet-Roboter Google.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem Google-Knol nun seit sechs Wochen existiert, vielleicht eine kurze Bilanz vom Verhältnis Wikipedia-Knol.</p>
<p>Zunächst ist Knol meiner Meinung nach kritischer zu betrachten als Wikipedia. Jeder dritte Treffer einer Google-Suche landet auf Wikipedia-Artikel und damit in einen werbefreien Raum. Es wird gemutmaßt, dass dies ein Grundmotiv ist für Google, eine eigene Wissensplattform aufzumachen.</p>
<p>Will Google also den &#8220;Content&#8221; (ein inzwischen ökononomistischer Begriff, mit dem kommerzialisierbares Internet-Wissen bezeichnet) von Wikiepdia abziehen? Dagegen spricht, dass Knol drei Lizensierungen vorsieht (Copyright und zwei CC-Lizenzen), die alle nicht mit der GNU-Lizenz von Wikipedia kompatibel sind. Es wird auch nicht die der GNU-Lizenz ähnliche CC-by-sa als Lizensierungsmöglichkeit angeboten, obwohl Knol damit seine Hände in Unschuld waschen könnte, wenn irgendwann auf Betreiben Jimbo Wales GNU und CC-by-sa kompatibel sein sollten und damit quasi alle Wikipedia-Artikel nach Knol kopiert werden könnten.<br />
Weiter spricht dagegen, dass Suchmaschinen für jedes Knol ähnlichen Inhalt im Internet aufspüren und dieser ähnliche Inhalt mit Prozentangabe neben dem Knol aufgelistet wird. Und es wird tatsächlich auch von Knol darauf reagiert, wenn Wikipedia-Plagiate kopiert werden. Zumindest in einem Fall, wo wir achtzig Wikipedia-Plagiate eines Knol-Autoren &#8220;geflagt&#8221; hatten, wurden nicht nur die Artikel, sondern auch der Autor gesperrt.</p>
<p>Aber Knol ergreift im Gegensatz zu Wikipedia keine eigene Initiative, Plagiate zu löschen. Man muss quasi die &#8220;Artikel melden&#8221;-Funktion zweckentfremden, um Plagiate zu melden. Und man darf sich weder davon abschrecken lassen, dass Google darum bittet, die Plagiate mit der Post (also Briefumschlag etc) zu schicken noch von dem Hinweis, dass das Melden von Plagiaten eine Verleumdung darstellen könne, die gegebenenfalls strafrechtliche verfolgt wird.</p>
<p>Knol ist also nicht darauf angelegt, Wikipedia-Artikel hineinzukopieren. Knol ist allerdings auch nicht so konzipiert, dass ein illegales Wikipedia-kopieren effektiv verhindert wird.</p>
<p>Inhaltlich ist der Unterschied zu Wikipedia offensichtlich: In Knol kann alles stehen, in Wikipedia nur enzyklopädische Artikel. Im deutschsprachigen Knol findet sich entsprechend sehr viel Schrott. Neben einigen wenigen guten enzyklopädischen Artikeln finden sich minimalistische Artikel (Stubs), sehr viel Werbung, Wikipedia-Klone und sogenannte How-Toos, d.h. praktische Tipps. Gerade diese Tipps scheinen sehr interessant zu sein und führen auch zu einer Hinterfragung von dem, was als enzyklopädisches Wissen zu gelten hat. Um mit Bourdieu zu sprechen: das enzyklopädische Wissen von Wikipedia basiert - gerade im deutschsprachigen Wikipedia - auf einer scholastischen Abgehobenheit. Allerdings wird hier Knol dann eher zu einer Konkurrenz für die How-Toos-Wissensplattformen als für Wikipedia.</p>
<p>Auf der formalen Ebene zeigt sich der Unterschied darin, dass Knol auf Programmierung setzt und Wikipedia auf Community. Während man es bei Knol mit Programmen zu tun hat, trifft man bei Wikipedia immer auf Menschen. Gerade weil Knol noch in der Beta-Version exisitiert, ist diese Programm-Fixierung momentan eine Katastrophe. Man wartet nicht nur Wochen über Wochen darauf, dass ein Bug gefixt wird, sondern man hat es mit anonymen Ansprechpartnern zu tun. Und das ist tödlich. Wer sehnt sich nicht nach der guten alten Zeit, wo man bei Problemen bspw. mit dem Telefonanschluss ein kompetentes Gegenüber hatte, statt arme Seelen im Call-Center, die ja auch nichts dafür können, dass man ein Problem hat. So ähnlich ist es bei Google-Knol: keine arroganten Admins, mit denen man sich hervorragend streiten kann, sondern formalisierte Antworten.</p>
<p>Und hier sehe ich auch die Antwort von Wikipedia auf Knol: Wikipedia ist in erster Linie eine Community. Dies muss Wikipedia stärker reflektieren. Sie sollte die Autoren ernster nehmen. Hier liegt die Stärke gegenüber dem Internet-Roboter Google.</p>
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