NS, Pulverdampf und große Männer
Die rechtslastigen Peinlichkeiten, Geschichtsbeitrags-Manipulationen und Militärverherrlichungen im freien Internetlexikon Wikipedia nehmen kein Ende. Das derzeit geltende Motto “Offensichtlich Braunes fliegt raus, aber unterhalb dieses Levels sind wir nicht so” bewahrheitete sich auch bei zwei neuen Konfliktfeldern im Oktober und November 2007. Konfliktfall eins waren einige historische Beiträge zu NS-Massenorganisationen wie dem Bund Deutscher Mädel (BDM), der Hitler-Jugend oder dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps. Mehr oder weniger unbemerkt hatten sich diese zu veritablen NS-Verherrlichungsartikeln entwickelt. Ein pikanter Nebeneffekt: Recht zweckdienlich waren sie auch als Textcontainer für die Abbildung zahlreicher Wimpel, Abzeichen und weiterer einschlägiger Devotionalien. Rechter Müll – Nein Danke? Nicht ganz. Während einige Projektaktive noch dabei waren, die aufgeführten Beiträge auf ein enzyklopädiegeeignetes Maß zurückzustutzen, bahnte sich an anderer Stelle eine Tendenzentscheidung an, welche dem Restrenommee der Wikipedia-Geschichtsartikel möglicherweise endgültig die Kante gibt. Per Meinungsbild grünes Licht bekam am 16. November 2007 die flächendeckende Verwendung von Infoboxen zu militärischen Konflikten. Topp-Piorität bei Abhandlungen zu Schlachten und Kriegen genießen in Zukunft nicht mehr Ursachen und Verlauf, sondern vielmehr die Fakten-Fakten-Fakten nach der Art des “Focus”: Wer gegen wen, General A, General B, Tote A und Tote B. Was tut sich aktuell in den Bereichen Geschichtsartikel und Militär?
Daß die Abbildungscontainer zu diversen NS-Organisationen ins Visier einiger kritischer Wikipedianer(innen) gerieten, ist vielleicht nur einer offensichtlichen Provokation zu verdanken. Am 1. November stellte ein anonymer Nutzer den Artikel “Bund Deutscher Mädel” als Kandidat auf für die Lesenswerten Artikel. Die Aufstellung entpuppte sich schnell als Flopp und wurde von Wwwurm, einen Projektadministrator, noch am selben Tag vorzeitig abgebrochen. Immerhin jedoch war die Kandidatur Anlaß, sich das braungefärbte Kuckucksei etwas näher anzuschauen. Am gleichen Tag noch wurde der Artikel auch auf der Qualitätssicherungsseite gelistet. Für Qualitätsanhebung bestand in der Tat akuter Bedarf. Noch vier Tage später, am 5. November, enthielt der Artikel nicht nur zahlreiche Abbildungen von Wimpeln, Abzeichen und weiteren NS-Devotionalien. Daß er auch textlich gesehen eher NS-Verherrlichung lieferte als wahrheitsgetreue NS-Darstellung, stellte bereits die Einleitung unter Beweis. Zitat: “Der Bund Deutscher Mädel, kurz BDM genannt, war in der Geschichte der weiblichen Jugendbewegungen weltweit eine einmalige Erscheinung, nicht nur wegen der großen Anzahl an Mitgliedern - im Jahre 1944 waren es 4,5 Millionen -, sondern erstmalig gab es hier eine weitgehend weibliche Selbstführung und Erziehung. In dieser Größenordnung war er als Mädchenbund auf der Erde ohne Vorbild.”
Auch der Rest des Beitrags war in diesem Duktus verfaßt. Über zwei Drittel widmeten sich ausführlichen Auflistungen zu Einheiten, Kleidung, Abzeichen, sportlichen Wettkämpfen und anderen Details. Auch die Quellenangaben waren entsprechend und enthielten mehrere Publikationen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Perfides Highlight in diesem Zusammenhang war die zweckentfremdete Platzierung einer Zitatpassage von Inge Aicher-Scholl aus ihrem Buch “Die weiße Rose”. Möglich, daß es diese Bündelung war, die für einige Aktive (unter anderem die Projektadministratoren Felistoria, Machahn und Tobnu) schließlich den Ausschlag gab, den BDM-Beitrag einigermaßen zu wikifizieren. Felistoria, ein auch im Portal Geschichte aktiver User, brachte am 5. November auf der Qualitätssicherungsseite, auf der der Beitrag mittlerweile gelandet war, auch rechtliche Aspekte zur Sprache: “Bund Deutscher Mädel, Gebietsdreieck (Armdreieck) oder Nachrichten-HJ sind wie all das andere aus dieser Quelle reine Naziemblem-Container und verstoßen damit gegen das Gesetz. (…) Meines Erachtens sind die Artikel in diesem Zustand nicht zu retten, sie müssten völlig neu geschrieben werden.”
Trotz der schlechten Ausgangsprognose hat das Einschreiten durchaus positive Folgen gezeitigt. Verglichen mit der Beitragsversion Anfang November wird die aktuelle Artikelversion zumindest halbwegs der historischen Rolle des BDM gerecht. Aus ähnlichen Gründen landete zwei Tage später auch der Beitrag zur Hitler-Jugend in der projektinternen Artikel-Reparaturwerkstatt. Begleitende Anmerkung der Userin Gudrun Meyer: “Die vielen zusätzlichen, kürzlich von Benutzer:OldJo hochgeladenen Hakenkreuze dienen keinen enzyklopädischen, historisch-kritischen Zwecken, sondern stehen isoliert am Anfang des Artikels und dienen als Anschauungsmaterial und zur ‘Erbauung’ einer bestimmten Zielgruppe, statt zur Aufklärung.” Hinzuzufügen bliebe, daß Auflistungen von Gedenktagen, Gliederungen, Sonderformationen und Uniformierungen auch in diesem Beitrag ein Großteil des Volumens in Beschlag nehmen. Bis auf das Setzen des Qualitätssicherungs-Bausteins hat sich hier allerdings wenig getan – zumindest bis heute. Daß sich Artikel ohne formalisierte Wiki-Prozedere bisweilen einfacher verbessern lassen, zeigt schließlich Beispiel Nummer drei: Relativ unspektakulär von NS-affinem Bildmaterial bereinigt wurde der Artikel zum Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps. Auch in diesem Fall hatten sich mehrere Aktive – darunter Hans Koberger, Andreas Praefcke und Roal – an den massiv platzierten braunen Picts gestoßen.
Beim Einsteller der NS-Devotionalien hingegen blieben die Wikipedia-Verantwortlichen bislang kulant; der Account besteht noch immer. OldJo, ein seit dem 17. Juni angemeldeter User, hat nicht nur einen Großteil des fraglichen Bildmaterials hochgeladen. Maßgeblich beteiligt war er unter anderem beim Anlegen und Erweitern zahlreicher einschlägiger Beiträge wie zum Beispiel HJ-Fahrtenmesser, SA-Sportabzeichen, Sturmabteilung oder Flaghelfer. Ursächlich auf sein Konto gehen vor allem die vielen ausführlichen Auflistungen – jene Informationssorte also, die das Bild der aufgeführten Beiträge entweder zeitweilig dominierte oder bis heute dominiert. Da die Edit-Serie dieses Users just zu dem Zeitpunkt endet, an dem sich einige Wikipedianer entschlossen, dem Treiben nicht länger zuzusehen, läßt sich aus dem Ganzen immerhin ein positiver Schluß ziehen: Selbst unter den ungünstigen Umständen der aktuellen Wikipedia sind Interventionsmaßnahmen nicht umsonst – sofern sie nur beherzt genug und zielstrebig vorgetragen werden.
Weniger günstig stehen in Wikipedia derzeit die Chancen, kriegsverharmlosende Inhalte einzugrenzen. Um zu der Überzeugung zu gelangen, daß Krieg etwas anderes ist als ein spannendes Fußballspiel, muß man zwar beileibe kein strickjackentragender Öko-Freak sein. Einige User – vor allem die Stammbesetzung aus dem Portal Militär – scheinen ohne simpel gestrickte Feindbilder jedoch nur schlecht auszukommen. Die Vorgeschichte: Infoboxen mit Basisinformationen zu Kriegen, Feldzügen, Schlachten und Gefechten finden in der deutschsprachigen Wikipedia bereits seit Mai 2005 Verwendung. Da diese Art der grafischen Aufbereitung zwangsläufig Informationen unterteilt in wichtige und weniger wichtige, war sie seit ihrer Etablierung umstritten. Ähnlich wie bei einem Schlachtenquartett-Kartenspiel haben Infokästen dieser Art die Angewohnheit, das Augenmerk auf einen recht fragwürdigen Informationstypus zu lenken. Ziert eine Schlachtenbox einen Artikel, stehen Datum, Ort, Sieger und Verlierer, Befehlshaber, Truppenstärken und Verluste im Brennpunkt; der Verlauf des Konflikts hingegen sowie die Gründe, die zu ihm führten, rangieren unter ferner liefen. Zusätzlich reduziert die Darstellung Krieg auf eine Art sportliches Ereignis. Auch groben Geschichtsverfälschungen öffnet sie Tür und Tor. Beispiel: der Aufstand im Warschauer Ghetto 1943, bei dem man schlecht von Kombattanten sprechen kann. Frage: Tendieren Infokästen dieser Art nicht generell dazu, Mord, Totschlag und massenhaftes Leid zu verniedlichen und zu verharmlosen?
Der virtuelle Krieg um die Schlacht-Infoboxen in der deutschsprachigen Wikipedia verlief zwar, soweit bekannt, ohne echtes Blutvergießen. Die Sieger standen am 16. November um 24 Uhr Mitternacht jedoch eindeutig fest. Mit 157 Pro-Stimmen für die Lösung “Box ohne Abstriche” und 31 für “Box light” (nur bei Schlachten, nicht jedoch bei militärischen Konflikten und Kriegen) hatten die Infobox-Befürworter ihr Anliegen sauber durchgebracht. Der Anlaß war, wie so oft in Wikipedia, eher banal: Auf die Palme trieb Militärfans und mitlaufende Basis diesmal eine von User Rax ausgeführte und von dem Berliner Ur-Wikipedianer Achim Raschka bestätigte Löschung der entsprechenden Grafik-Vorlage. Wieder einmal also das alte Spiel Admins gegen Basis? Nicht ganz. Unter den ablehnenden Stimmen (darunter 45 gegen die Option Infobox und 37 gegen das Meinungsbild überhaupt) fanden sich neben Raschka, ThePeter, Rax und Paul Birken auch einige einflußreiche Stimmen aus dem Admin-Lager. Auffällig durch Abwesenheit glänzte diesmal allerdings die sonst stets so klassenbewußt agierende Clique aus dem Chatmob. Möglich, daß auch die gesammelte Kraft des Poweruser-Klüngels das Ergebnis nicht gerissen hätte. Machtpolitisch gesehen hat die Nicht-Teilnahme dieser neuerdings lieber unauffällig wirkenden Truppe (siehe Hinweis auf entfernte Navigationsvorlage auf dieser Seite unten) allerdings einen unabweisbaren Vorteil: Den Vorwurf, bei dieser Abstimmung auf der falschen Seite gestanden zu haben, wird sie sich wohl nicht anhören müssen.
Kaum verwunderlich, daß dem herausragenden Ergebnis gleich auch praktische Aktivitäten folgten. Selbst der erwähnte Beitrag zum Aufstand im Warschauer Ghetto blieb kurzfristig nicht verschont von den Schlachtenquartett-Boxen. In diesem Fall schritt allerdings ein beherzter User zu Werke und entfernte den Kasten. Daß die deutschsprachige Wikipedia durch diese Grundsatzentscheidung noch stärker abdriftet in die Grauzone von Trash, grenzwertiger “Information” und fragwürdigen Hobbies, ist indes weniger spaßig. Höchste Zeit also, den Blick etwas genauer auf jene Portale zu lenken, dem das freie Online-Lexikon seine überdurchschnittliche Kompetenz in Sachen Krieg und Kriegs-Equipment verdankt. Drei der auf den unterschiedlichen Waffen-, Militär- und Kriegsgeschichte-Portalen ein und aus gehenden User sind zumindest den Leser(inne)n von “Wikipedia inside” nicht unbekannt: Florian Adler alias Schlendrian, Felix Stember und Hindemath brachten bereits ungezählte Beiträge zu Schlachtschiffen, Flugzeugen und sonstigem Waffenarsenal auf den Weg; Dutzende dieser Hightech-Lemmata finden sich mittlerweile unter den lesenswerten oder exzellenten Artikeln. Da Florian Adler mittlerweile auch für die im Frühjahr aus der Taufe gehobene Institution des Schiedsgerichts kandidierte und bei der Wahl für das neue Schiedsgerichtsquintett immerhin auf Platz 9 landete, dürfte der Einfluß der projektinternen “Waffenlobby” zukünftig noch mehr an Gewicht gewinnen.
Verglichen mit einigen weiteren Portalautoren, zählen Adler und seine zwei Mitstreiter noch zur moderaten Fraktion. Die deutschsprachige Wikipedia mag zwar Höflichkeitsetikette pflegen bis zum Abwinken. Für ausgewiesene Militärfetischisten gelten allerdings andere Regeln. Welche, darüber läßt Militärportal-Autor Arne Hambsch auf seiner Benutzerseite keine Zweifel: “Ich bin Arne! Das sollte reichen. Wer mit mir Stress haben will, bekommt ihn. Panzermanier eben. Mit dem Kopp durch die Wand. Ihr braucht net wissen welche Sprachen ich beherrsche, wie ich aussehe oder ob ich ein Freund von Tokio Hotel bin. Friede meiner Asche! Ich bin wieder bei euch.”
Einen sonderbaren Kommunikationsstil pflegt auch der User mit dem Pseudonym Powidl. Diskussionsbeiträge auf anderen Seiten signiert er mit der Zusatzbezeichnung “melde gehorsamst”. Auf Powidls Benutzerseite selbst erwarten den Zufallsgast ein paar Statements für den Anschluß Südtirols an Österreich, hunderte von Hinweisen auf Beteiligungen an Militärartikeln (Spezialgebiet: militärische Einheiten der k. u. k.-Monarchie) sowie – auch wenn das angesichts der Sympathiebekundungen für Südtiroler Separatisten schlecht paßt – ein Mussolini-Filmchen mit dem vielseitig auslegbaren Kommentar: “…dös isch’ oaner” Weniger spaßige Ergebnisse zeigen die verlinkten Beiträge. Die Artikel zu den vier Isonzo-Schlachten – an diesem Frontabschnitt die wohl blutigsten Gemetzel des Ersten Weltkriegs – schwelgen geradezu in weitschweifigen Detailbeschreibungen militärischer Operationen. Der Sinn dieser Operationen sowie die menschlichen Kosten dagegen, zum Beispiel durch Erfrieren – bei Wikipedia Deh-Eh Fehlanzeige.
Anders als Powidl sieht sich Trio-Mitglied Nummer drei, Nikolaus Vocator, dem Preußentum verbunden. Der Nickname erinnert, was vielleicht ein Zufall sein kann, an den nicht mehr aktiven User Seleukos Nikator, welcher nach eigenen Angaben direkt von Wilhelm dem Ersten abstammte und vor allem aufgrund harter geschichtsrevisionistischer Edits nachhaltig in Erinnerung blieb. In der beschriebenen Dreierrunde gibt Vocator den militärgeschichtlich versierten Intellektuellen ab – was ihn allerdings nicht hindert, regelmäßig auf einer von Hambsch angelegten User-Unterseite vorbeizuschauen – dem sogenannten Unteroffizierskeller. Dem hier gepflegten Stubenton könnte man mit viel Ach und Krach vielleicht Lustiges abgewinnen. Der mehr oder weniger deutlich ausgesprochene Frust über andere Editoren, unliebsame Admin-Entscheidungen sowie die permanente Waffenverherrlichung artikulieren allerdings eine Denkweise, die bei der Bundeswehr vielleicht “paßt” – als Maßstab für enzyklopädische Artikel jedoch absolut fehl am Platze ist. Abgesehen davon: Drohgebärden à la “Wer mit mir Stress haben will, bekommt ihn” und Mussolini-Verherrlichung wären bereits an sich nicht hinnehmbar – schon allein im Hinblick auf das Sozialklima. Über das Weltbild derjenigen, die Krieg nicht als lustiges Spiel betrachten, haben sich die User bereits mit einer Parodie der weiter oben erwähnten Infobox lustig gemacht. So nämlich sehen Warmduscher militärische Konflikte: als “einfach entsetzlich”, als Angelegenheit, bei der eigentlich immer alle verlieren und bei denen auch noch große Personen sekundär sind. Und der Bodycount? Einfach “unmoralisch”. Bei Wikipedia Deutschland jedenfalls darf seit dem 16. November zurückgeschossen werden – zumindest mit den “harten Fakten”, auf die es bekanntlich allein ankommt.
Günter Schuler

Am 30. November 2007 um 19:05 Uhr
“Die deutschsprachige Wikipedia mag zwar Höflichkeitsetikette pflegen bis zum Abwinken.” - Wenn überhaupt, dann nur die Etikette, welche Benutzern mit erweiterten Rechten von Benutzern mit eingeschränkten Rechten verlangen. Tatsächlich jedoch gilt die Forderung nach Höflichkeit für Administratoren de facto weniger als für den gemeinen Autor bzw. für einen umangemeldeten Beiträger, welch zu weilen auch mit beleidigendem Ton (wenn sie überhaupt vor der verhängung eines Schreibverbotes gewarnt werden) vertrieben werden.
Es ist zwar richtig, was hier beschrieben wird, erscheint mir jedoch nur ein weiteres Symptom zu sein.
Am 1. Dezember 2007 um 12:53 Uhr
Die Nennung von Namen finde ich schon hinterhältig, wenn man mich schon nicht drauf aufmerrksam machen kann, will oder darf, weil man möglicherweise aus gutem Grunde schon gesperrt ist. Wie auch immer. Mich oder Powidl oder Nikolaus für unser Hobby oder unseren ehemaligen (in meinem Fall)/aktuellen (in Powidls Fall) Job anzuprangern ist schon ein starkes Stück. Wenn du mit mir oder einem der anderen nicht sprechen kannst oder willst ist das deine Sache. Ich sehe mich nicht gerne in anderen Foren oder Portalen als Wikipedia und möchte, das mein Name da raus gelöscht wird. –~~~~ Ich vergaß ich bin ja gar nicht bei der Wiki. Arne Hambsch
Am 1. Dezember 2007 um 14:09 Uhr
Arne - ruhig Blut. Nicht über Leute aufregen, die kein andere Möglichkeit zur Profilierung haben. Auch die Kommentare zu Florian Adler sind unterstes Niveau. Herr Schuler ist halt so “inside”, daß er ihn offenbar nicht einmal als kompetenten Autor zu Münster-Artikeln kennt. Er kann Leute nur auf Militär und vermeintliches rechtes Gedankengut reduzieren. Und damit geht er jetzt überall hausieren. Tja, wenn man selbst offnbar nicht in der Lage ist, irgendwelche konstruktive Arbeit zu leisten, muß man eben über die Menschen meckern, die das tun.
Am 1. Dezember 2007 um 14:59 Uhr
Naja, ich an Arnes Stelle würde mir das von einem Möchtegern-Insider und Möchtegern-Wikipedianer nicht gefallen lassen, das grenzt schon an verleumderische Rufschädigung.
Es gibt halt Leute, die interessieren sich für Militärgeschichte und -technik, auch wenn ihnen das nicht passt, werter Herr Schuler…
Am 1. Dezember 2007 um 15:41 Uhr
Keine Angst Marcus, die Kommentare selbst über mich sind ja so falsch nicht. Ich “brachte[…] bereits ungezählte Beiträge zu Schlachtschiffen, Flugzeugen und sonstigem Waffenarsenal auf den Weg; Dutzende dieser Hightech-Lemmata finden sich mittlerweile unter den lesenswerten oder exzellenten Artikeln”. Ist so und habe ich kein Problem mit.
Ärgerlich ist eher, dass hier die technische, IMHO neutrale Beschreibung von Waffensystemen (es gibt sowas auf der Erde nun einmal, und neutral bedeutet nicht verherrlichen, aber auch keinen “das-ist-böse”-Unterton) in die Nähe einer Auseinandersetzung mit rechten Themen sowie der Schlacht-Infobox gerückt wird, wobei ich mit beidem absolut nichts zu tun habe. Das hat sachlich nichts miteinander zu tun, genau so wenig, wie eine gescheiterte SG-Kandidatur den Einfluß einer (nicht existenten) “Waffenlobby” erhöhen kann. Nicht mal, wenn ich im SG wäre, würde das den Einfluß irgendeiner Gruppe erhöhen, da ich mich bei “meinen” Themen heraushalten würde.
Am 1. Dezember 2007 um 19:12 Uhr
Btw. die Chatmob-Vorlage wurde entfernt weil sie nach einer Löschdiskussion http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Löschkandidaten/4._November_2007#Vorlage:Navigationsleiste_Chatmob_.28gel.C3.B6scht.29 gelöscht wurde.
Aber wer als Journalist nicht in der Lage ist ordentlich zu recherchieren, sollte sich vielleicht einen anderen Job suchen. Märchenerzähler oder so.
Am 1. Dezember 2007 um 20:51 Uhr
Die obigen Reaktionen zeigen recht gut, wie die Wikipedia mit inhaltlicher und sachlicher Kritik umgeht: Gar nicht. Stattdessen wird, nach altbewährtem Muster, der Verfasser der Kritik persönlich angegriffen und es wird versucht, ihn zu verhöhnen und in Misskredit zu bringen, und zwar insgesamt recht lächerlich. Bei diesen Autoren braucht die Wikipedia keine Feinde mehr.
Einen Namen zu nennen, der ohnehin öffentlich ist, ist wohl kaum hinterhältig. Dass Arne Hambsch seinen Namen jetzt hier nicht genannt wissen will, ist irgendwie putzig. Wirklich peinlich hingegen sind die öffentlichen Reaktionen einiger der Genannten in der Wikipedia:
“Nach dem Studium des über mich verfassten Gesülze des Herrn Schuler muß ich leider fetststellen, daß der dumm ist wie Bohnenstroh.” (Powidl, http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer:Arne_Hambsch/Unteroffizierskeller&oldid=39575059#Sagt_mal… )
“Ich bin von diesem Knaben regelrecht angeschossen worden” (Arne Hambsch http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Marcus_Cyron&diff=prev&oldid=39567714)
“Wollt dir mal zeigen mit wie wenig Ahnung man Mist verzapfen kann” (Arne Hambsch http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Nikolaus_Vocator&diff=prev&oldid=39575154)
Putzig bis schmutzig ist auch Marcus Cyrons Beitrag. Dass Schuler keine Möglichkeiten haben soll, sich profilieren zu können, soll wohl abwertend sein, und was an den Kommentaren zu Florian Adler anstössig ist, bleibt er uns auch schuldig. Das sagt dieser nun höchst selbst - sie seien nicht bemerkenswert. Mithin nichts als substanzslose Rhetorik, wie so oft in der Wikipedia.
Nur das dies nicht die Wikipedia ist, wo man sich auch allein durch die Quantität von Beiträgen zu einfachen Themen wie Münster Reputation erwerben kann, und dass eventuelle weitere Beiträge zu Themen wie Münster auch nicht zur Debatte stehen, noch dass diese im “Real Life” eine fachliche Autorenkompetenz für den Bereich “bewaffnete Konflikte” belegt. Zum Schluss wird dann Schuler von Marcus Cyron nochmals diffamiert, in dem behauptet wird, er könne keine konstruktive Arbeit leisten. Dies hier und nach diesen ausführlichen und auch informativen Veröffentlichungen zu tun, mutet dann doch etwas satirisch an - wenn nicht ohnehin bekannt wäre, dass konstruktive Kritik von den Wikipedianern meistens nicht als integraler Bestandteil einer Verbesserung gesehen wird.
Ein weiteres Beispiel für den von einem der Wikipedia-Gründern, Jimmy Wales, selbst zitierten “offenen Umgang mit Kritik” in der real existierenden Wikipedia kommt dann von Felix Stember. Bei manchen Kritikern hat’s schon geholfen, und Versuch macht kluch (man soll die Hoffnung nie aufgeben).
Tja, schade eigentlich, denn immer noch sehen sie nicht, was daran zu bemängeln ist, wenn eben hauptsächlich Waffenfreunde und Militärfans Kriege beschreiben. Es liegt am Wikiprinzip, dass redaktionelle Strukturen, welche in echten Enzyklopädien eine fachlich ausreichend umfassende (ausgewogene) Darstellung eines Themas sicherstellen, nicht oder nur ansatzweise entstehen. Diese müssten nämlich durch freiwillige Fachleute auch anderer Fächer unterstützt werden - aber das ist selten der Fall und sichergestellt schon gar nicht.
Wo sollten die auch her kommen. Die jetzigen Autoren liefern nämlich das, was man nach ihren Eigenvorstellungen auf Benutzerseiten erwarten kann: Wenn jemand solche “Witze” wie Arne Hambsch macht, ist es weder ein Wunder noch eine Fehleinschätzung, wenn man die Veranstaltung “Wikipedia” nicht mehr ernst nimmt. Unter dem Foto eines Panzers setzte er die Bildunterschrift “Zwischen den [Panzer-] Ketten kleben noch die Reste des letzten Edit-Warriors”. “Edit-Warrior” ist im Wikipedia-Jargon ein sehr hartnäckiger Benutzer, der sich gegenüber den alltäglichen Löschungen von eingefügtem Text renitent zeigt und auf seiner Version beharrt. Wer hat darauf schon Lust. Also lässt der Fachmann sie halt schreiben, was immer sie für richtig halten, und wendet sich anderen Dingen zu.
Am 2. Dezember 2007 um 17:05 Uhr
Wenn du, “Alter Wikipedianer”, schreibst “Tja, schade eigentlich, denn immer noch sehen sie nicht, was daran zu bemängeln ist, wenn eben hauptsächlich Waffenfreunde und Militärfans Kriege beschreiben” dann ziehe ich mir den Schuh nicht an. Wie oben gesagt, ich bemühe mich, Waffensysteme neutral zu beschreiben, also weder sie zu verherrlichen noch davor zu warnen. Wie Schuler schreibt befinden sich “dutzende dieser Hightech-Lemmata[…] mittlerweile unter den lesenswerten oder exzellenten Artikeln”, also scheint es ja zu gehen, dass jemand Artikel über etwas schreibt, das ihn interessiert, sind doch die Kandidaturen zumindest eine Art der von dir als (teils ja zurecht) fehlend bezeichneten “redaktionelle[n] Strukturen”, die eine Neutralität sicherstellen sollen.
Wenn du oder jemand anders in meinem Artikel trotzdem irgendwo nicht-neutrale Sätze findest, dann fühl dich frei, diese zu korrigieren oder es auf der Artikel-Diskusionsseite anzusprechen. It’s a Wiki!
Und ob du es glaubst oder nicht: Auch ich wurde zu beginn in den ominösen “Unteroffizierskeller” eingeladen, habe dort ein wenig mitgelesen und habe ihn dann von meiner Beobachtungsliste geschmissen. Was da abgeht ist, meiner Meinung nach, teilweise unter aller Sau. Das Panzerbild mit besagter Bildunterschrift hat mich ziemlich befremdet. Letztlich muss aber jeder selbst wissen, wie er sich auf einer öffentlichen Internetseite verhält…
Am 3. Dezember 2007 um 11:34 Uhr
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil: ich hatte mich _nicht_ wie andere an der Bebilderung gestoßen, die im Kontext eines guten Artikels durchaus angemessen gewesen wäre, sondern an der kurzsichtigen Diskussion um die Bebilderung, wenn gleichzeitig der Artikel selbst einen unerträglichen apologetischen Grundton hat und schlichtweg keine wirkliche Information liefert, sondern Faktenhäppchen. (Mit den gleichen Worten hätte man auch einen Kaninchenzüchterverein beschreiben können. Das sind m. E. Auswüchse des Neutralitätsgebots, die über das gewünschte und sinnvolle Maß an Neutralität hinausgehen und den Alt- und Neonazis in die Hände spielen.)
Grundsätzlicher: Wie immer sucht sich G. S. hier mit der Wikipedia (einem fast völlig offenen System) und ihren Administratoren ein allzu billiges Ziel für seine Kritik. Die wirkliche Frage ist doch: was sind das für User, die diese Artikel schreiben? Wieso gibt es so viele (junge?) Leute, die offensichtlich Waffen-Fans sind, Militärgeschichte mit den Methoden von 1890 betreiben (zur Verteidigung sei immerhin gesagt, dass in England z. B. so etwas ohne jeden Naziverdacht ein ziemlich normales Hobby und auch eine ganz normale Wissenschaft ist), die Schlachten mit einem Vergleich von Bodycounts und einer Nennung von Feldherren als ausreichend beschrieben ansehen? Wer ist schuld daran? Focus, Spiegel, Guido Knopp etc.? Computerspiele wie “Civilization”? Ich weiß es nicht. Nicht schuldig daran ist ganz sicher die ach so böse Wikipedia-Admin-Clique, die sich – wie auch Schuler hier ja immer wieder bemerkt – oft redlich aber nicht immer erfolgreich bemüht, hier eine andere Perspektive anzumahnen und von denen sehr viele strikt gegen diese ganzen Focus-Klicki-Bunti-Albernheiten wie Infoboxen etc. sind. Dass 500.000 Artikel zu viele für ehrenamtliche Administration sein könnten, dass nicht alles immer im Blick gehalten werden kann, dass sich Qualitätsdenken nicht immer durchsetzt: das sind sicherlich Grundprobleme der Wikipedia, aber kein Grund für die ständigen Angriffe gegen die Admins persönlich, im Gegenteil.
Am 4. Dezember 2007 um 00:08 Uhr
@AndreasPraefcke - wer immer nur verwaltet, ist klar im Nachteil. Ich weiß nicht, ob du das Buch gelesen hast, zu mindest gibt es dort einen Reihe von Analysen und Vorschlägen zur Verbesserung. Wie ich finde: diskussionswürdig. Statt ständig zu verwalten könnte die Adminpedia auch mal diskutieren. Wie schwer ihr euch da tut, sieht man doch hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Administratoren/Notizen#Frank_Schmidt
Am 4. Dezember 2007 um 20:23 Uhr
Die ersten beiden “faschistoiden Militaristen” ziehen sich bereits aus dem Projekt zurück. Nachdem ihnen nun ein etwas frischeres Lüftchen um die Nasen weht und ihre Lästerhöhle dicht gemacht werden soll haben sie scheinbar keine Lust mehr. Weiter so! Auch wenn nicht das ganze Portal ohne weiteres abgeschafft werden kann, können vielleicht noch einige weitere hinauskomplememtiert werden.
Am 5. Dezember 2007 um 13:18 Uhr
Der schlimmste Einpeitscher, weil er seine militaristischen Ergüsse mit einem dünnen Anstrich dessen, was er wohl als Bildung empfindet, tarnte, ist tatsächlich weg vom Fenster! Da soll noch mal einer sagen, dass dieser Blog oder Überwachung durch die Öffentlichkeit nicht nutzt. Wenn man die anderen auch noch loswerden könnte, zieht vielleicht tatsächlich Frieden in die Wikipedia ein.
Am 6. Dezember 2007 um 19:24 Uhr
Interessant:
Marcus Cyron bestimmt, was konstruktive Arbeit ist, und dass ohne solcher sowieso keine Kritik erhoben werden darf, schon gar nicht, wenn er anderer Meinung ist. Wo kämen wir denn da hin?
Arne Hambsch beschwert sich, dass ein Name hier genannt wird, obwohl er unter diesem in der Wikipedia öffentlich auftritt. Offenbar betrachtet er die Wikipedia als geschlossene Veranstaltung, aber da täuscht er sich, und das aus gutem Grund. Die Transparenz und Rechenschaftspflichtigkeit, die durch das Wiki-Prinzip entstehen, lassen sich nicht so einfach aushebeln. Seinen Unteroffizierskeller lies er aus taktischen Gründen, zur Beruhigung der Gemüter löschen, ohne die Bedenken der anderen verstanden zu haben; seine Benutzerseite ist weiterhin äußerst fragwürdig gestaltet.
Kritikfähigkeit ist wirklich keine Stärke einiger Wikipedianer. Dabei ist es unerheblich, ob die Kritik nicht auch öfter Fehler enthält: Sie einfach als Unsinn abzutun oder mit persönlichen Angriffen zu reagieren ist sicher falsch.
Am 6. Dezember 2007 um 19:27 Uhr
Die Wikipedia bewegt sich inzwischen tatsächlich im Rytmus der Flötentöne. Für den Löschantrag zum HJ-Artikel hat es zwar noch eine Strafanzeige gebraucht, aber immerhin, nun läuft er ja. Leider wird er aber von einer ganzen Menge Ewig-Gestriger verteidigt, die ihn sooo gerne behalten würden um davor in Lagerfeuerromantik von Bücherbergen zu schwelgen. Und der “Intellektuelle” Nikolaus Vocator hat in Anton-Josef, Pee Cee und LKD (Administrator!) sogar noch einige Verbündete gefunden, die versuchen seine “Ehre” zu retten. Obwohl er selbst sich nach dem Zwangsruhestand als unbelehrbarer Hardliner und Erzmilitarist feiert, der von der ach so ungerechten und verständnislosen Gemeinschaft einfach nicht verstanden werden will. Jaja, die Leutchen die den Frieden mehr als Mord und Totschlag lieben, sind schon ein widerwärtiges Völkchen. Dabei wurde seine Capo-Gesinnung schon vor Wochen von Benutzer Lakedaimon in der Diskussion zum Sparta-Artikel völlig klar erkannt und beschrieben.
Am 6. Dezember 2007 um 21:32 Uhr
@André: ich habe das Buch gelesen, aber der ständig erhobene aufrecht linksradikale moralische Zeigefinger ist so störend, dass ich es nicht ganz fertig gelesen habe. Ratschläge, wie wir die Wikipedia PDS- und pazifismuskompatibel machen interessieren mich nicht. (Und das sage ich als Zivi und taz-Abonnent.) Und alles andere sind doch eher schlichte Binsenweisheiten, auf die wir schon lange selbst gekommen sind. “Immer nur verwalten” ist ein Vorwurf, den ich nicht verstehe. Schau doch mal, was die meisten Admins den ganzen lieben langen Tag machen (eben hauptsächlich: Artikelarbeit).
Am 7. Dezember 2007 um 15:06 Uhr
@AndreasPraefcke - “linksradikale moralische Zeigefinger”, da haben wir beide wohl ein anderes Buch gelesen. Aber es passiert ja nicht zum ersten Mal, dass WPler Kritiker als “linksradikal” beschimpfen, allein, wenn auf rechte Tendenzen hingewiesen wird. Dazu reicht es offenbar schon den Geist der Aufklärung für eine Enzyklopäie in Anspruch zunehmen. — Immer nur verwalten”, damit ist nicht gemeint, das Admins keine Artikel schreiben, sondern war genau auch auf Schulers Buch bezogen, der nun mal Grundsatzfragen stellt und auch die Arbeit aufbringt, Vorschläge zur Verbesserung zur Diskussion zu stellen. Tatsächlich gibt es die ein oder andere Diskussion hier oder da, weit verstreut in der WP, zu meist versandet. Trotzdem gibt es keinen bemerkbares Forum um die Grundsatzfrage in der WP. Wo sind diese “Binsenweisheiten” denn in der WP zu finden. Dagegen bin ich sehr dankbar, das Analysen und Vorschläge, wie in Wikipedia Inside, nachvollziehbar und kompetent geliefert werden. Ich verstehe absolut nicht diese Schwierigkeit, konstruktive wie notwendige Kritik von außen nicht akzeptieren zu können. Und schau dir doch eine x-beliebige Auseinadersetzung in der WP an, wo und wann führten und führen die zu Diskussionen um das Projekt: stattdessen wird auf Teufel komm raus verwaltet. Auch das ist “Adminpedia”.
Am 7. Dezember 2007 um 21:17 Uhr
Kritik und ihre Konsequenzen - Zweiter Aufzug:
Während Katina Schubert nun ihre Strafanzeige, für die ihr von Wikipedianern eine “braune Einstellung” attestiert wurde (”So eine Einstellung ist nicht so weit weg von den Braunen, die denken ähnlich.”
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Administratoren/Notizen&diff=prev&oldid=39768258 ) zurückgezogen hat, geht die Bereinigung deutscher Geschichte in der Wikipedia an anderen Artikeln durch die (übrigens nicht abwählbaren) Administratoren unvermindert weiter:
Im Artikel über Olmütz entfernt der Administrator AHZ Informationen zur Deportation von Juden als “unbelegte Ansichtssache” (im WP-Jargon “POV”=Point of view) eines kritischen Benutzers. ( http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Olomouc&diff=39796544&oldid=39795782 )
Der Artikel “Neger” wird nach monate langem Editwar im letzten Jahr wieder nach und nach rund geschliffen: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Neger&diff=prev&oldid=39787004 — Mal sehen, was daraus wird.
Fraglich, ob es in Zukunft wirklich eine Instanz innerhalb der WP geben wird, die diese Entwicklungen rechtzeitig erkennt, oder ob doch wieder erst jemand mit Strafanzeigen drohen muss. Denn bislang dürfen auch andere politische Kampfbegriffe, die traditionell von Rechten gebraucht werden, in Wikipedia pseudowissenschaftlich beschrieben werden und profitieren so von der Begriffsbildung durch die Wikipedia. Der Artikel “Siegerjustiz”, immer noch kein glänzendes Beispiel für politische Aufklärung, wurde immerhin 5 Monate in dieser schönen Version durch die Wikipedia unters Volk gebracht:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Siegerjustiz&oldid=26623348
Am 8. Dezember 2007 um 12:07 Uhr
Ich möchte darauf hinweisen das ich die Kommentare da oben nicht geschrieben habe. Ich kenne Nikolaus Vocator zwar nicht aber nach dem was ich von ihm gelesen habe glaube ich nicht das irgendwas davon stimmt. Das ist eine ganz billige Masche irgendwelchen Ärger abzulassen. Die Kritik an rechten Umtrieben in der Wikipedia ist zwar grundsätzlich berechtigt aber man sollte schon gucken wen man prügelt. Wer sich an den Falschen reibt schadet nämlich der eigenen Sache (falls das überhaupt ein Anligen von “Strickliesellllll” sein sollte).
Am 8. Dezember 2007 um 13:03 Uhr
@anderer Wikipedianer: Was den Artikel Olomouc betrifft, habe ich die Informationen über das Niederbrennen der Synagoge bereits in korrigierter Fassung wieder eingefügt. Nun stimmt der Absatz auch sachlich. Ich würde auch die Zahlen über die verhafteten und deportierten Juden wieder einfügen, wenn ich eine Quelle dafür hätte. Es kann daran keinen Mangel geben, aber man muss sie halt erst finden. Ungern schreibe ich was in einen Artikel, wovon ich nicht weiß, ob es stimmt.
Am 8. Dezember 2007 um 13:20 Uhr
PS: Wie ich eben sehe, hat Benutzer:Brummfuss zudem eine Quelle für die Deportationen gefunden und den nunmehr belegten Teil wieder eingefügt, Benutzer:AHZ hat, von stilistischen Veränderungen abgesehen, keine weiteren Eingriffe mehr vorgenommen. Ich sehe durchaus die politische Dimension solcher Auseinandersetzungen. So schlecht aber schaut es nicht aus, wie manche das hier unterstellen.
Am 10. Dezember 2007 um 13:40 Uhr
“So schlecht aber schaut es nicht aus, wie manche das hier unterstellen.”
Ich finde, es könnte besser ausschauen. Schließlich sollte doch mindestens ein Webseiten-Administrator in der Lage sein, Inhalte zu prüfen und Beiträge nicht einfach zu löschen, nur weil sie von einem bestimmten Benutzer stammen. Noch dazu, wenn es sich um wichtige Informationen handelt, die offensichtlich nur in Details falsch. Welche Ergebnisse darf man dann von dem “normalen Benutzer” oder einem unangemeldeten erwarten?
Die genannten Beispiele sind keine Einzelfälle, und dafür, dass sie richtig gelöst werden, gibt es keine Garantie. In anderen Artikeln wird z.B. hartnäckig an einer Verlinkung zur persönlichen Website des Michael Regener festgehalten; siehe den gleichnamigen Wikipedia-Eintrag und die Versionsgeschichte/Diskussion von “Landser (Band)”. Welchen Sinn hat das noch für die Beschreibung des Lemmas? Ich meine: keine. Hier wird lediglich kritiklos und unreflektiert multipliziert.
Solange aber weiter nach rein persönlicher Ansicht einzelner anonymer Menschen, die sich der Kontrolle entziehen, über Information entschieden wird, wird sich das Problem nicht grundlegend ändern. Wieviele “Einzelfälle” werden eigentlich benötigt, für eine Änderung im System der Wikipedia? Sie wird daher im besten Fall ein gefährliches Medium von mittelmäßiger Qualität bleiben. Daher ist Kontrolle von Außen wie diese Website dringend notwendig.
Wikipedia bleibt gefährlich und muss ständig kontrolliert werden. Gegenwärtig ist die Selbstkontrolle durch die “Community” unvollständig, und ob eine Kontrolle in Zukunft sichergestellt ist, muss man auch angesichts [http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-11-30-wikipedia-begeisterung-flacht-ab,28.html geringer werdenden Benutzerzahlen] erst noch abwarten.
Am 11. Dezember 2007 um 11:03 Uhr
“Die genannten Beispiele sind keine Einzelfälle, und dafür, dass sie richtig gelöst werden, gibt es keine Garantie.”
Wohl wahr. Woher sollte so eine Garantie auch kommen? Die gibt es nirgends. Auch in Zeitungen und sogar in Büchern renommierter Verlage findet man Seltsamkeiten, die durchaus “gefährlich” sind. Wikipedia ist zunächst mal ein Medium, nicht eine Message.
“Wikipedia bleibt gefährlich und muss ständig kontrolliert werden.”
Jedes wirksame Medium ist gefährlich. Und fruchtbar. Was soll das mit der Kontrolle? Willst Du ein Schmutz- und Schundgesetz für die Wikipedia? Ich finde es gut, wenn über die Wikipedia diskutiert und ihre Mängel offengelegt werden. Weniger gut finde ich diese eingerastete Einstellung, Gefahr zu schreien und nach “Kontrolle” zu rufen. Man sollte die Wikipedia nutzen wie andere Medien auch - und dabei ihre Stärken und Schwächen realistisch einschätzen; gute Artikel fördern, schlechte bekämpfen (oder verbessern?). Das ist nicht leicht, aber möglich.
Am 11. Dezember 2007 um 12:57 Uhr
@Mautpreller: Jetzt wirst du polemisch und verdrehst meinen Beitrag. Ich sprach vom System der Wikipedia und ihre quasi nicht existente Selbstkontrolle, hierauf bezog sich die “Garantie”; ich habe nicht die vollkommene Fehlerfreiheit der Texte gefordert.
Dass wo anders (aus anderen Gründen?) auch Fehler gemacht werden, ist ein substanzloser Einwand. Wenn ich eine Ursache für wiederkehrende Fehler erkannt habe, sollte ich sie Abstellen, Punkt.
Er ist auch polemisch und übertrieben, denn die Wikipedia ist nicht nur unkontrolliert, man kommt mit google auch nicht mehr um sie herum. An eine Kontrolle und an das Misstrauen wären nämlich noch viel höhere Anforderungen zu stellen als an Printmedien, weil Wikipedia über das Internet Informationen stärker multipliziert, als ein Buch im Regal der nächsten Bibliothek.
Dabei ist
“Solange aber weiter nach rein persönlicher Ansicht einzelner anonymer Menschen, die sich der Kontrolle entziehen, über Information entschieden wird, wird sich das Problem nicht grundlegend ändern.”
eindeutig, oder nicht? Und das ist doch auch ziemlich substantiiert, so dass du auch mal ruhig inhaltlich darauf eingehen kannst, ohne Ausweichen, ohne Unterstellungen wie “eingerastete Einstellung” und ohne anderen Verdrehungen.
Bitte.
Gruß
Am 12. Dezember 2007 um 10:07 Uhr
Ich habe mich bei Deinem Beitrag schlicht daran erinnert gefühlt, dass ich bereits in vielen Fällen eine vergleichbare “eingerastete Einstellung” erlebt habe. Mal ging es ums Internet generell, ein spezifischerer Fall ist vielleicht der Film “Beruf Neonazi”, der ebenfalls als “gefährlich” galt. Und wenn ich Bücher über die Weimarer Republik lese, finde ich eine vergleichbare Einstellung gegenüber Radio und Film …
Aber zu Deinem Argument. Die Administratorenentscheidungen sind oft von schlechter Qualität und vor allem von einer gewissen Hemdsärmeligkeit, das ist richtig. Das Problem scheint mir aber woanders zu liegen, nämlich bei der Masse der Wikipedia-Autoren. Gegen die Schlachtenbox hatten sich überwiegend profilierte WP-Autoren und Admins gewandt; das “Meinungsbild” wurde hingegen dominiert von Militaria- und Anschaulichkeitsfreaks, von denen viele keiner kennt … Ihr Problem liegt ja auch nicht darin, dass man sowas nicht mal machen könnte; ihr Problem liegt darin, dass sowas klammheimlich zum Standard werden kann. Die Admins sind übrigens zwar teilweise anonym, aber durchaus kontrollierbar (man kann ja ihre Beiträge verfolgen; ihre Persönlichkeit wird daraus klar erkennbar und man kann Admin-Probleme durchaus anlegen und diskutieren).
Ich denke, dass es eher einer gewissen Formalisierung bedarf, von der ich bislang noch nicht so recht weiß, wie sie ausschauen sollte. Die Probleme der “Adminpedia” bestehen doch vor allem darin, dass sich hier innerhalb einer Ingroup wenig transparente Maßstäbe verfestigen (wie das so oft in basisdemokratisch angelegten Projekten der Fall ist, und da spreche ich aus eigener Erfahrung). Wie man diese “informelle” Struktur in eine haltbarere und durchsichtigere überführen kann, ist m.E. ein ungelöstes Problem.
Auf der inhaltlichen Seite: Ich stimme Schuler in einem Punkt zu: Eine systematische Selbstreflexion der Wikipedia-Ziele und -Vorgehensweisen würde dringend gebraucht, wird aber wegen angeblicher Bürokratie (das allerdings ist ein Horn, in das Schuler unlogischerweise ebenfalls tutet) und “Wikipedia ist (nchts als) eine Enzyklopädie” immer wieder abgewehrt. Da sollten gerade bei den Militaria, Geschichts- und Nazithemen Fragen wie NPOV und TF mal etwas reflektierter diskutiert werden, als das derzeit geschieht. Weniger weil sie falsch wären (das glaube ich nicht), als weil sie in sich widersprüchlich sind. Eine neutrale Perspektive ist nun mal ein Widerspruch in sich, könnte aber ein fruchtbarer Widerspruch sein; und ohne “Theoriefindung” ist ein guter Artikel nun mal nicht zu schreiben - so berechtigt die Anwendung dieser Waffe gegen Wild-drauflos-Theoretisieren und -Politisieren auch ist.
Nehmt alles nur in allem - ich neige dazu, die Chancen des Mediums zu nutzen, und nehme zur Zeit eher davon Abstand, organisatorische und konzeptionelle Grundsatzfragen zu diskutieren (was ich an sich als sehr notwendig ansehe). Es hat sich doch sehr positiv ausgewirkt, dass es in WP wie außerhalb eine Debatte über die Themen gab - Olomouc ist immer noch ein magerer Artikel, aber er ist jetzt besser als vor kurzem. Und das gilt für eine ganze Reihe Artikel - für andere gilt es nicht. Ein Medium mit Chancen und Risiken, mit Pus und Minus, wie so viele andere auch.
Grüße