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	<title>Kommentare zu: Rechtslastige Edits in Wikipedia</title>
	<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html</link>
	<description>Das Blog zum Buch</description>
	<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 13:45:31 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Boris Fernbacher</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-87</link>
		<dc:creator>Boris Fernbacher</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Dec 2007 00:04:44 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-87</guid>
		<description>Also die Kritik am Artikel zum Horst-Wessel-Lied ist ja lächerlich.  Der Autor dieses Buches aus dem Unrastverlag hat wohl null Ahnung von Musik. Wenn über ein Lied geschrieben wird, gehört halt nun mal Harmonik, Melodik und so weiter dazu.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Also die Kritik am Artikel zum Horst-Wessel-Lied ist ja lächerlich.  Der Autor dieses Buches aus dem Unrastverlag hat wohl null Ahnung von Musik. Wenn über ein Lied geschrieben wird, gehört halt nun mal Harmonik, Melodik und so weiter dazu.</p>
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	</item>
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		<title>Von: André aus Berlin</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-29</link>
		<dc:creator>André aus Berlin</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Oct 2007 22:53:52 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-29</guid>
		<description>Danke für deine Antwort und ermutigende Darstellung. Mit eben diesem Geist gehe oder ging ich oft und gerne auch an "Heiße Eisen". Wenn man das Gefühlt hat, mit ebenso Interessierten,  an Aufklärung/Analyse Interessierten zusammenzuarbeiten ist das auch ein gutes Gefühl. Das gute Gefühl ist mir allerdings aus verschiedenen Aspekten sehr  abgegangen: Es gibt zu viele Themenbereiche (z.B. Militaria, "Deutsche Kolonien" ...) in denen hoffnungslos einseitig und un-analytisch (harmlose?)  Hobbyisten am Werk sind, ich habe zu  viel Konflikte mit ganz und gar nicht harmlosen Überzeugungsschreibern  erlebt und mich erschreckt, wie aufgebracht auf jegliche  Kritik von Außen reagiert wird. Hinzu kommt, dass ich tatsächlich sehr skeptische in meiner Einschätzung der Leser und Leserinnen geworden bin. Wer nimmt dort was und wie auf und vertritt dieses so gewonnene "Wissen" in seiner Umgebung. Heute erzählte mir eine Kollegin ihr Uni-Kollege hätte den Begriff "Hottentotten" als nicht diskriminierend verteidigt, denn die Wikipedia stelle klar, dass der  Begriff  nur von Linksextremisten als rassistisch eingeschätzt werde. Aha. Ein Dozent beruft sich hier auf die  Wikipedia. Was machen denn da  die vielen Schülerinnen, bei  denen Wikipedia  die erste Adresse für ihre Hausarbeiten geworden ist? - Zugegeben, es  sind auch solche Alltagsgeschichten, in deren Licht ich viele Sätze auf die Goldwaage lege und mir - bei der besten Absicht der Editoren - leider ausmale, wie aus einer  guten  Absicht NS-Folklore wird. Aber ich verspreche dir, ich schau mir  den Artikel  daraufhin nochmals wirklich genauer an.  Grüße, a.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für deine Antwort und ermutigende Darstellung. Mit eben diesem Geist gehe oder ging ich oft und gerne auch an &#8220;Heiße Eisen&#8221;. Wenn man das Gefühlt hat, mit ebenso Interessierten,  an Aufklärung/Analyse Interessierten zusammenzuarbeiten ist das auch ein gutes Gefühl. Das gute Gefühl ist mir allerdings aus verschiedenen Aspekten sehr  abgegangen: Es gibt zu viele Themenbereiche (z.B. Militaria, &#8220;Deutsche Kolonien&#8221; &#8230;) in denen hoffnungslos einseitig und un-analytisch (harmlose?)  Hobbyisten am Werk sind, ich habe zu  viel Konflikte mit ganz und gar nicht harmlosen Überzeugungsschreibern  erlebt und mich erschreckt, wie aufgebracht auf jegliche  Kritik von Außen reagiert wird. Hinzu kommt, dass ich tatsächlich sehr skeptische in meiner Einschätzung der Leser und Leserinnen geworden bin. Wer nimmt dort was und wie auf und vertritt dieses so gewonnene &#8220;Wissen&#8221; in seiner Umgebung. Heute erzählte mir eine Kollegin ihr Uni-Kollege hätte den Begriff &#8220;Hottentotten&#8221; als nicht diskriminierend verteidigt, denn die Wikipedia stelle klar, dass der  Begriff  nur von Linksextremisten als rassistisch eingeschätzt werde. Aha. Ein Dozent beruft sich hier auf die  Wikipedia. Was machen denn da  die vielen Schülerinnen, bei  denen Wikipedia  die erste Adresse für ihre Hausarbeiten geworden ist? - Zugegeben, es  sind auch solche Alltagsgeschichten, in deren Licht ich viele Sätze auf die Goldwaage lege und mir - bei der besten Absicht der Editoren - leider ausmale, wie aus einer  guten  Absicht NS-Folklore wird. Aber ich verspreche dir, ich schau mir  den Artikel  daraufhin nochmals wirklich genauer an.  Grüße, a.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Mautpreller</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-24</link>
		<dc:creator>Mautpreller</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Oct 2007 19:38:46 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-24</guid>
		<description>@André: Ich hör natürlich immer gern, wenn jemand mein Geschreibsel schätzt. Deine Kritik finde ich allerdings seltsam ungenau und abstrakt.

Warum wird die Melodie des Horst-Wessel-Liedes mit der von "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" verglichen? Die Antwort steht im Artikel und ist eigentlich sehr einfach: Es geht um einen Effekt, der in Kampfliedern jeder Couleur sehr gern verwendet wird, nämlich das "Hinausschieben" des Spitzentons. Keineswegs enthält dieser Vergleich eine politische Bewertung, warum auch. Die musikalischen Mittel des HWL (und auch das steht im Artikel) unterscheiden sich darüber hinaus kaum von anderen gängigen Songs, die Melodie selbst ist keine Nazimusik (auch historisch nicht), sondern ein recht schlichtes Werk, das seine Charakteristika mit vielen anderen teilt (etwa "Brüder, zur Sonne ..."). Der Text und die Verwendung des Liedes sind es, die ihm seinen düsteren Charakter verleihen. Das ist nun mal so, und ich halte es auch für völlig richtig, das zu sagen.

Zu den emotionalen Reaktionen: Ich muss zugeben, dass ich dafür nur wenig Verständnis habe. Wieso sollte eine kritische Analyse eines Naziliedes jemanden verletzen? Am ehesten einen Nazi, dem der Tenor nicht passt. Ich glaube eher, dass es sich um einen Unwillen handelt, sich überhaupt mit solchen Hervorbringungen zu befassen (möglicherweise verbunden mit einer geheimen Angst, es könnte sich dieses Zeug als ungeheuer durchschnittlich und banal und keineswegs mythisch-dämonisch herausstellen, was auch tatsächlich der Fall ist). Für diesen Unwillen habe ich nichts übrig. Niemand ist gezwungen, den Artikel zu lesen; aber wer es tut, mag sich doch bitte mit seinem realen Inhalt auseinandersetzen und nicht mit irgendetwas Unterstelltem.

Wieso Wikipedia keine Analyse ermöglichen soll, verstehe ich nicht. Man siehts doch hier, dass es geht. Vielleicht meinst du, man sollte solche Gegenstände nicht analysieren (oder nur in Medien, wo garantiert keine Jugendlichen drankommen). Da bin ich aber völlig anderer Ansicht. Gerade in ein Medium wie Wikipedia gehört die Analyse, die an die Stelle (glorifizierender oder dämonisierender) Mythen die nüchterne Beschreibung und Kritik setzt. - Wo aber die NS-Folklore in diesem Artikel ist, sagst Du nicht. Es wäre wohl auch schwierig, oder?

M.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@André: Ich hör natürlich immer gern, wenn jemand mein Geschreibsel schätzt. Deine Kritik finde ich allerdings seltsam ungenau und abstrakt.</p>
<p>Warum wird die Melodie des Horst-Wessel-Liedes mit der von &#8220;Brüder, zur Sonne, zur Freiheit&#8221; verglichen? Die Antwort steht im Artikel und ist eigentlich sehr einfach: Es geht um einen Effekt, der in Kampfliedern jeder Couleur sehr gern verwendet wird, nämlich das &#8220;Hinausschieben&#8221; des Spitzentons. Keineswegs enthält dieser Vergleich eine politische Bewertung, warum auch. Die musikalischen Mittel des HWL (und auch das steht im Artikel) unterscheiden sich darüber hinaus kaum von anderen gängigen Songs, die Melodie selbst ist keine Nazimusik (auch historisch nicht), sondern ein recht schlichtes Werk, das seine Charakteristika mit vielen anderen teilt (etwa &#8220;Brüder, zur Sonne &#8230;&#8221;). Der Text und die Verwendung des Liedes sind es, die ihm seinen düsteren Charakter verleihen. Das ist nun mal so, und ich halte es auch für völlig richtig, das zu sagen.</p>
<p>Zu den emotionalen Reaktionen: Ich muss zugeben, dass ich dafür nur wenig Verständnis habe. Wieso sollte eine kritische Analyse eines Naziliedes jemanden verletzen? Am ehesten einen Nazi, dem der Tenor nicht passt. Ich glaube eher, dass es sich um einen Unwillen handelt, sich überhaupt mit solchen Hervorbringungen zu befassen (möglicherweise verbunden mit einer geheimen Angst, es könnte sich dieses Zeug als ungeheuer durchschnittlich und banal und keineswegs mythisch-dämonisch herausstellen, was auch tatsächlich der Fall ist). Für diesen Unwillen habe ich nichts übrig. Niemand ist gezwungen, den Artikel zu lesen; aber wer es tut, mag sich doch bitte mit seinem realen Inhalt auseinandersetzen und nicht mit irgendetwas Unterstelltem.</p>
<p>Wieso Wikipedia keine Analyse ermöglichen soll, verstehe ich nicht. Man siehts doch hier, dass es geht. Vielleicht meinst du, man sollte solche Gegenstände nicht analysieren (oder nur in Medien, wo garantiert keine Jugendlichen drankommen). Da bin ich aber völlig anderer Ansicht. Gerade in ein Medium wie Wikipedia gehört die Analyse, die an die Stelle (glorifizierender oder dämonisierender) Mythen die nüchterne Beschreibung und Kritik setzt. - Wo aber die NS-Folklore in diesem Artikel ist, sagst Du nicht. Es wäre wohl auch schwierig, oder?</p>
<p>M.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: André aus Berlin</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-19</link>
		<dc:creator>André aus Berlin</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Oct 2007 09:01:38 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-19</guid>
		<description>@Mautpreller:  "Es wird nüchterne Analyse benötigt, nicht bombenfeste “Einstufungen”"

Ich bin kein Experte der NS-Musikgeschichte. Aber  ich frage mich bei  dem Artikel: Warum das Lied mit der "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" verglichen wird? Ein revolutionäres Lied, das "von politischen Gefangenen auf dem Marsch in ein anderes Gefängnis gesungen wurde" (Wikipedia). Entspricht  das  einer "Analyse" dessen, was  Propaganda sein soll? Das  Medium Wikipedia erscheint mir doch -  wie in diesem Fall - zu begrenzt in seiner Darstellungsphilosophie, um eine Analyse zu bieten. Der Artikel ist nicht das beste Beispiel, aber auch Ausdruck dafür, wie eine komprimierte Anhäufung von Detail-"Wissen" über Strecken als "NS-Folklore" erscheinen kann. Wer sich zuvor durch das Detail-"Wissen" über die "Kategorie:Militärische Operation im Zweiten Weltkrieg" durchgeklickt hat, und dort nur selten die Kriegsverbrechen thematisiert findet, wird beim Horst-Wessel-Lied auch kaum mehr Analysen erwarten. Allerdings sticht  der Artikel aus anderen schon dadurch heraus, dass der widerständige Umgang mit der NS-Propaganda (Witze, Parodien – Brechts "Kälbermarsch") einbezieht. Der  Artikel bleibt  - wie viele Artikel - eine Anlaufadresse für kritische Geister und NS-Folkloristen. @Mautpreller, ich kenne deine Arbeit in der Wikipedia und schätze dich als analytischen und kritischen Geist. Trotzdem stellt sich bei derlei  Artikel auch die Frage der Wahrnehmung und (wie die Diskussion zum Artikel zeigt), wie mit – wie ich finde berechtigten – Emotionen bei so einem Thema umgegangen wird. Ich werde mir vor dem Hintergrund noch mache Artikel in der Wikipedia anschauen, in denen kritische Reflexionen ganz fehlen oder für Folkloristen als nettes Alibi angehängt werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Mautpreller:  &#8220;Es wird nüchterne Analyse benötigt, nicht bombenfeste “Einstufungen”&#8221;</p>
<p>Ich bin kein Experte der NS-Musikgeschichte. Aber  ich frage mich bei  dem Artikel: Warum das Lied mit der &#8220;Brüder, zur Sonne, zur Freiheit&#8221; verglichen wird? Ein revolutionäres Lied, das &#8220;von politischen Gefangenen auf dem Marsch in ein anderes Gefängnis gesungen wurde&#8221; (Wikipedia). Entspricht  das  einer &#8220;Analyse&#8221; dessen, was  Propaganda sein soll? Das  Medium Wikipedia erscheint mir doch -  wie in diesem Fall - zu begrenzt in seiner Darstellungsphilosophie, um eine Analyse zu bieten. Der Artikel ist nicht das beste Beispiel, aber auch Ausdruck dafür, wie eine komprimierte Anhäufung von Detail-&#8221;Wissen&#8221; über Strecken als &#8220;NS-Folklore&#8221; erscheinen kann. Wer sich zuvor durch das Detail-&#8221;Wissen&#8221; über die &#8220;Kategorie:Militärische Operation im Zweiten Weltkrieg&#8221; durchgeklickt hat, und dort nur selten die Kriegsverbrechen thematisiert findet, wird beim Horst-Wessel-Lied auch kaum mehr Analysen erwarten. Allerdings sticht  der Artikel aus anderen schon dadurch heraus, dass der widerständige Umgang mit der NS-Propaganda (Witze, Parodien – Brechts &#8220;Kälbermarsch&#8221;) einbezieht. Der  Artikel bleibt  - wie viele Artikel - eine Anlaufadresse für kritische Geister und NS-Folkloristen. @Mautpreller, ich kenne deine Arbeit in der Wikipedia und schätze dich als analytischen und kritischen Geist. Trotzdem stellt sich bei derlei  Artikel auch die Frage der Wahrnehmung und (wie die Diskussion zum Artikel zeigt), wie mit – wie ich finde berechtigten – Emotionen bei so einem Thema umgegangen wird. Ich werde mir vor dem Hintergrund noch mache Artikel in der Wikipedia anschauen, in denen kritische Reflexionen ganz fehlen oder für Folkloristen als nettes Alibi angehängt werden.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Mautpreller</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-16</link>
		<dc:creator>Mautpreller</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Oct 2007 07:19:54 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-16</guid>
		<description>Als einer der Hauptautoren des Artikels möchte ich mich doch ganz energisch gegen die Behauptung verwahren, er sei voller "Nazi-Folklore". Wo soll denn die bittschön zu finden sein? Wie ein Werk textlich und musikalisch gemacht ist, wie es funktioniert, das ist die erste Frage, die ein jeder Artikel zu einem Lied beantworten sollte. Das gilt eben nicht nur für Meisterwerke der Musik, sondern auch und gerade bei dieser Sorte Gebrauchs- und Propagandamusik.

Es erstaunt mich auch sehr, dass Schuller in diesem Artikel "völlig unerhebliche Detailfakten und Nebenaspekte" findet. Welche wären das wohl? Wie die Nazipropaganda mit dem Lied umging, scheint mir zum Beispiel eine recht interessante und wesentliche Frage zu sein. Ein Bruckner-Sinfoniekonzert, geleitet von einem renommierten Dirigenten, wird mit dem Absingen dieses schlichten Propagandawerks beendet - gibt das keinen Einblick in die NS-Musikpolitik (und den Opportunismus der Musiker)? Und dass Urheberrechtsfragen auch und gerade bei einem solchen Lied eine hochpolitische Sache sind, kann man hier besser zeigen als in vielen anderen Fällen.

Probleme mit rechtsextremen Beiträgen gibt es zur Genüge in der Wikipedia. Keine Frage. Es gibt leider genügend Artikel, die mit Neo- oder Altnaziquellen "belegte Informationen" vermitteln. Da ist viel zu tun. Aber mir scheint unser Horst-Wessel-Lied-Artikel eher einen guten Weg zu zeigen, wie man mit solchem Zeug umgeht.

Das ist freilich ein anderer Weg als der, den Schuller im Auge hat. Der will nicht Information, Analyse und Kritik, sondern "Werte", ja "Grundwerte". Wenn man sich auf die richtigen "Werte" festlege ("Aufklärung, Menschenrechte, Emanzipation"), könne man von einer soliden Basis aus "rechtslastige Edits" bekämpfen. Dem ist entgegenzusetzen: Wenn Aufklärung und Emanzipation vom Prozess zum festen "Wert" gerinnen, dann werden sie zu einer Art säkularen Religion; dann dienen sie eben nicht mehr der "Erziehung zur Mündigkeit" (Adorno). Ich sehe hier eine Tendenz zur Moralisierung, die sich im Konflikt mit den Rechten, die auf demselben Klavier mittlerweile sehr gut zu spielen gelernt haben, nur blamieren kann. Es wird nüchterne Analyse benötigt, nicht bombenfeste "Einstufungen".</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Als einer der Hauptautoren des Artikels möchte ich mich doch ganz energisch gegen die Behauptung verwahren, er sei voller &#8220;Nazi-Folklore&#8221;. Wo soll denn die bittschön zu finden sein? Wie ein Werk textlich und musikalisch gemacht ist, wie es funktioniert, das ist die erste Frage, die ein jeder Artikel zu einem Lied beantworten sollte. Das gilt eben nicht nur für Meisterwerke der Musik, sondern auch und gerade bei dieser Sorte Gebrauchs- und Propagandamusik.</p>
<p>Es erstaunt mich auch sehr, dass Schuller in diesem Artikel &#8220;völlig unerhebliche Detailfakten und Nebenaspekte&#8221; findet. Welche wären das wohl? Wie die Nazipropaganda mit dem Lied umging, scheint mir zum Beispiel eine recht interessante und wesentliche Frage zu sein. Ein Bruckner-Sinfoniekonzert, geleitet von einem renommierten Dirigenten, wird mit dem Absingen dieses schlichten Propagandawerks beendet - gibt das keinen Einblick in die NS-Musikpolitik (und den Opportunismus der Musiker)? Und dass Urheberrechtsfragen auch und gerade bei einem solchen Lied eine hochpolitische Sache sind, kann man hier besser zeigen als in vielen anderen Fällen.</p>
<p>Probleme mit rechtsextremen Beiträgen gibt es zur Genüge in der Wikipedia. Keine Frage. Es gibt leider genügend Artikel, die mit Neo- oder Altnaziquellen &#8220;belegte Informationen&#8221; vermitteln. Da ist viel zu tun. Aber mir scheint unser Horst-Wessel-Lied-Artikel eher einen guten Weg zu zeigen, wie man mit solchem Zeug umgeht.</p>
<p>Das ist freilich ein anderer Weg als der, den Schuller im Auge hat. Der will nicht Information, Analyse und Kritik, sondern &#8220;Werte&#8221;, ja &#8220;Grundwerte&#8221;. Wenn man sich auf die richtigen &#8220;Werte&#8221; festlege (&#8221;Aufklärung, Menschenrechte, Emanzipation&#8221;), könne man von einer soliden Basis aus &#8220;rechtslastige Edits&#8221; bekämpfen. Dem ist entgegenzusetzen: Wenn Aufklärung und Emanzipation vom Prozess zum festen &#8220;Wert&#8221; gerinnen, dann werden sie zu einer Art säkularen Religion; dann dienen sie eben nicht mehr der &#8220;Erziehung zur Mündigkeit&#8221; (Adorno). Ich sehe hier eine Tendenz zur Moralisierung, die sich im Konflikt mit den Rechten, die auf demselben Klavier mittlerweile sehr gut zu spielen gelernt haben, nur blamieren kann. Es wird nüchterne Analyse benötigt, nicht bombenfeste &#8220;Einstufungen&#8221;.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Marcus Cyron</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-10</link>
		<dc:creator>Marcus Cyron</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 08:51:56 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-10</guid>
		<description>Das hier schließt sich unwohltuend in die Kritik der angeblichen Rechtslastigkeit der Wikipedia ein. Es ist ein schmaler Grat, auf dem wir balancieren. Und sicher geht nicht immer alles glatt. Aber allein ihre Berichterstattung, Herr Schuler ist ja sowas von daneben und persönlich gefärbt, dass sie die andere Seite, den Vandalismus von Links, der genauso da ist, gar nicht zur Kenntnis nehmen. Das nimmt sich alles nichts.

Und dann ausgerechnet einen Artikel wie den zum Horst-Wessel-Lied hier in dieser Art und Weise anzuführen ist einfach nur infam. Ich warte jetzt darauf, dass sie den als exzellent eingestuften Artikel "Massaker von Srebrenica" kritisieren, immerhin ist der ja gaaaaanz böse zu den armen Serben. Oder was ist mit dem Artikel zu Rudi Dutschke? Der Mann wurde erschossen und die Wikipedia hat es nicht verhindert und berichtet auch noch davon! Übel, übel...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das hier schließt sich unwohltuend in die Kritik der angeblichen Rechtslastigkeit der Wikipedia ein. Es ist ein schmaler Grat, auf dem wir balancieren. Und sicher geht nicht immer alles glatt. Aber allein ihre Berichterstattung, Herr Schuler ist ja sowas von daneben und persönlich gefärbt, dass sie die andere Seite, den Vandalismus von Links, der genauso da ist, gar nicht zur Kenntnis nehmen. Das nimmt sich alles nichts.</p>
<p>Und dann ausgerechnet einen Artikel wie den zum Horst-Wessel-Lied hier in dieser Art und Weise anzuführen ist einfach nur infam. Ich warte jetzt darauf, dass sie den als exzellent eingestuften Artikel &#8220;Massaker von Srebrenica&#8221; kritisieren, immerhin ist der ja gaaaaanz böse zu den armen Serben. Oder was ist mit dem Artikel zu Rudi Dutschke? Der Mann wurde erschossen und die Wikipedia hat es nicht verhindert und berichtet auch noch davon! Übel, übel&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Peter W.</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-8</link>
		<dc:creator>Peter W.</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 07:40:13 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-8</guid>
		<description>Zur Kritik am Beitrag über das Horst-Wessel-Lied: Das ist nichts weiter als eine billige Pose wohlfeiler Kritik. ‚Ich habe vorab eine Meinung, ich hab Moral. Darauf bleib ich gern beschränkt, denn was interessieren mich Details?’ 

Solche Schreibe sieht sich in der Tradition der Aufklärung? Leider eine falsche Selbstwahrnehmung. Sie ist nur Ausdruck selbstgefälliger Denkfaulheit. Gefordert wird im nächsten Atemzug eine „Wikipedia-Police“. Als ob die Selbstorganisation der Wikipedia nicht reichte. Wer die „Projektverantwortlichen“ sein sollen, an den sich der Aufruf zur Schaffung dieser Ordnungsbehörde richtet, bleibt ebenfalls im Unklaren. Der Autor des Blogs gibt vor, ein Insider zu sein. Dabei hat er Kernprinzipien des Projekts nicht verstanden. Sollte man nicht endlich Brüssel bitten, eine Verordnung zu schaffen, die Buchhändler zur Wandlung zwingt, wenn Bücher nicht das halten, was ihre Titel versprechen?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Kritik am Beitrag über das Horst-Wessel-Lied: Das ist nichts weiter als eine billige Pose wohlfeiler Kritik. ‚Ich habe vorab eine Meinung, ich hab Moral. Darauf bleib ich gern beschränkt, denn was interessieren mich Details?’ </p>
<p>Solche Schreibe sieht sich in der Tradition der Aufklärung? Leider eine falsche Selbstwahrnehmung. Sie ist nur Ausdruck selbstgefälliger Denkfaulheit. Gefordert wird im nächsten Atemzug eine „Wikipedia-Police“. Als ob die Selbstorganisation der Wikipedia nicht reichte. Wer die „Projektverantwortlichen“ sein sollen, an den sich der Aufruf zur Schaffung dieser Ordnungsbehörde richtet, bleibt ebenfalls im Unklaren. Der Autor des Blogs gibt vor, ein Insider zu sein. Dabei hat er Kernprinzipien des Projekts nicht verstanden. Sollte man nicht endlich Brüssel bitten, eine Verordnung zu schaffen, die Buchhändler zur Wandlung zwingt, wenn Bücher nicht das halten, was ihre Titel versprechen?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Wystan</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-7</link>
		<dc:creator>Wystan</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 04:27:59 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-7</guid>
		<description>Ein rationaler "Wissenschaftsjournalist" sollte nun wirklich keine Betroffenheit in einem Aritkel anmahnen!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein rationaler &#8220;Wissenschaftsjournalist&#8221; sollte nun wirklich keine Betroffenheit in einem Aritkel anmahnen!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Ernstl</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-6</link>
		<dc:creator>Ernstl</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Sep 2007 18:41:56 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-6</guid>
		<description>Wie traurig ist dieser Blogeintrag. Es hat diese Haltung so etwas Abgestandenes. Einst konnte man, auch im Unrast Verlag, von Kommunikationsguerilla und anderen innovativen Versuchen lesen, die herrschende Meinungsordnung durcheinanderzuwerfen. Diese Sorte linke Politik scheint versickert zu sein. Stattdessen hofft Schuler staatsfromm aufs Verbot ... (übrigens: noch dazu eines Liedes, dem man nun wirklich keine Sprengkraft im politischen Diskurs mehr zuschreiben kann, ganz anders als den diversen Varianten des Rassismus).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wie traurig ist dieser Blogeintrag. Es hat diese Haltung so etwas Abgestandenes. Einst konnte man, auch im Unrast Verlag, von Kommunikationsguerilla und anderen innovativen Versuchen lesen, die herrschende Meinungsordnung durcheinanderzuwerfen. Diese Sorte linke Politik scheint versickert zu sein. Stattdessen hofft Schuler staatsfromm aufs Verbot &#8230; (übrigens: noch dazu eines Liedes, dem man nun wirklich keine Sprengkraft im politischen Diskurs mehr zuschreiben kann, ganz anders als den diversen Varianten des Rassismus).</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Julius</title>
		<link>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-5</link>
		<dc:creator>Julius</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Sep 2007 18:40:54 +0000</pubDate>
		<guid>http://wikipedia-inside.unrast.org/2007-09-22-rechtslastige-edits-in-wikipedia,9.html#comment-5</guid>
		<description>Dieser Beitrag disqualifiziert sich selbst mit dem Heranziehen des Horst-Wessel-Lied-Artikels. Es gibt diese Probleme:ja. Aber einen exzellenten Artikel, der nicht nur "brauner Dreck", "scheiß Nazi-Ratten" enthält, sondern sich umfassend mit dem Artikelgegenstand auseinandersetzt ohne - ich wiederhole: ohne - auch nur in minimalsten Ansätzen rechtlastig zu sein als Beispiel zu wählen ist ein Witz. Ja, im Grunde eine Verunglimpfung der Autoren und sollte eine Entschuldigung zur Folge haben. Dass scheinbar auch noch Leute diesem Beitrag auf den Leim gehen, zeigt, dass nicht nur der Autor wirr agiert, sondern auch noch genug dämliche Leser existieren, die es glauben. Wenn man sich nicht ausführlich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzt, sondern stattdessen lieber mit inhaltlichen Scheuklappen und bloßen Pfui-Gegröle agiert, der leistet den Nazis auch noch Vorschub, egal wie gut gemeint seine Ziele sind...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Beitrag disqualifiziert sich selbst mit dem Heranziehen des Horst-Wessel-Lied-Artikels. Es gibt diese Probleme:ja. Aber einen exzellenten Artikel, der nicht nur &#8220;brauner Dreck&#8221;, &#8220;scheiß Nazi-Ratten&#8221; enthält, sondern sich umfassend mit dem Artikelgegenstand auseinandersetzt ohne - ich wiederhole: ohne - auch nur in minimalsten Ansätzen rechtlastig zu sein als Beispiel zu wählen ist ein Witz. Ja, im Grunde eine Verunglimpfung der Autoren und sollte eine Entschuldigung zur Folge haben. Dass scheinbar auch noch Leute diesem Beitrag auf den Leim gehen, zeigt, dass nicht nur der Autor wirr agiert, sondern auch noch genug dämliche Leser existieren, die es glauben. Wenn man sich nicht ausführlich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzt, sondern stattdessen lieber mit inhaltlichen Scheuklappen und bloßen Pfui-Gegröle agiert, der leistet den Nazis auch noch Vorschub, egal wie gut gemeint seine Ziele sind&#8230;</p>
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