Ergänzend zum Buch “Wikipedia inside” publiziert dieser Blog weitere Beiträge, die sich auf kompetent-kritische Weise mit dem Medium Wikipedia und seiner Entwicklung auseinandersetzen. Um möglichst möglichst vielfältige Einblicke zu ermöglichen, sind auch Gastautoren und Gastautorinnen hier regelmäßig mit Beiträgen vertreten.

Rechter Provo führt Wikipedia vor

16. Juni 2009

“Schwachkopf”-Editor agierte mit unterschiedlichen Accounts +++ Rechte Spaßguerilla bei Wikipedia? +++ Die neuesten Entwicklungen zum “Fall MARK”. Ausführlicher Artikel bei npd-blog.info. Weiterer Beitrag zum Fall: hier.

Benno Ohnesorg ein “Schwachkopf”?

7. Juni 2009

Auch bei der aktuell stattfindenden Umschreibung der bundesrepublikanischen Geschichte ist Wikipedia ganz vorne mit dabei. War der am 2. Juni 1967 von dem Polizeibeamten Karl Heinz Kurras anläßlich einer Anti-Schah-Demonstration in Berlin erschossene Student Benno Ohnesorg ein “Schwachkopf”? Jemand, der zur “richtigen Zeit” vom “richtigen Täter” erschossen wurde? Nun, die immer weiter fortschreitende Verrohung der wikipedianischen Umgangsformen ist für Leserinnen und Leser dieses Blogs nichts Neues. Dass einige Projektadmins mittlerweile auch strafrechtlich relevante Statements zu Personen als tolerable Bagatelldelikte betrachten, ist allerdings ein (noch) neues Phänomen. Am 4. Juni setzte ein einschlägig bekannter Stammautor aus dem Themenbereich Militär ein Statement ab, dass möglicherweise Konsequenzen haben kann. O-Ton auf der Diskussionsseite zum Wikipedia-Artikel “Benno Ohnesorg”: “Wie wärs mit ‘Ohnesorg war einfach ein Schwachkopf, der zur richtigen Zeit und vom richtigen Täter erschossen wurde’? Damit ist seine historische Relevanz ja erschöpfend umfasst …” Den ganzen Beitrag lesen »

Kugelhagelnde Rotgardisten

7. November 2008

“Dem Rotgardisten werden wir nicht weichen, schickt er auch die Kugelhagel dicht. Mit uns stehn Kameraden ohnegleichen, und ein Rückwärts gibt es für uns nicht.” Illustriert mit einem Foto von Wassilij Wereschtschagins Gemälde “Apotheose des Krieges” aus dem Jahr 1871 und angekündigt mit der Bemerkung “Satire darf alles”, zierte die aufgeführte Textpassage zwei Tage lang die Benutzerseite von Achim Raschka. Selbst oberflächlichen Wikipedia-Beobachtern ist der Name Raschka kein Unbekannter. Als Artikel-Vielschreiber im Bereich Biologie und einer der wichtigsten Aktivisten beim deutschsprachigen Lexikonableger war er in der großen Wikipedia-Story des Wochenmagazins Stern im Dezember letzten Jahres mit Foto dabei. Auch das Textzitat ist nicht ganz unbekannt. Allerdings: Im Original, dem von Gudrun Kabisch und Paul Dessau geschriebenen Lied “Spaniens Himmel”, ist nicht von “Rotgardisten” die Rede, sondern von Faschisten. Als Song des Thälmann-Bataillons, einer Einheit der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg 1936 bis 1939, ist “Spaniens Himmel” trotz seines heutzutage antiquiert wirkenden Pathos fester Bestandteil der linken, antifaschistischen Widerstandskultur. Eine bekannte Interpretation stammt von dem Liedermacher Hannes Wader. In den letzten Jahren griffen allerdings auch Rechtsradikale verstärkt linke Liedinhalte auf. Eine abgewandelte, in der Neonazi-Szene zirkulierende Version des Spanien-Songs stammt etwa von der Rechtsrockgruppe Zyklon B. Der Text ist zwar verboten, im Internet via Google-Suche allerdings mühelos zu finden. Frage: Steht im deutschsprachigen Lexikonableger eine kommunistische Machtergreifung bevor? Oder ist das Liedzitat auf der Raschka-Userseite eine wikipedianische Satire, verständlich mal wieder nur für Eingeweihte? Nachhilfe beim Lachen liefert der folgende Beitrag. Den ganzen Beitrag lesen »

WP-Umfrage: Einkommen, Partner, Nickname

29. Oktober 2008

Daß die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia in Sachen Personendaten kein Kind von Traurigkeit ist, zeigten bereits einige spektakuläre Fälle der Vergangenheit. Ob man die bürgerlichen Klarnamen des Hackers Tron, des Comedians Atze Schröder oder der Bandsängerin der Gruppe M.I.A. unbedingt kennen muß, sei einmal dahingestellt. Was Klarnamensnennungen in Artikeln anbelangt, kann sich das freie Wissensprojekt immerhin auf das grundgesetzlich verbürgte Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit berufen. Weniger bekannt ist, daß Wikipedia auch projektintern allerlei personenbezogene Daten sammelt. Ob Checkuser-Prozederes, interne Beobachtungslisten, im Internet achivierte Mailinglisten-Beiträge oder aber das einfache Faustrecht der Prärie: IP-Checks in der virtuellen Hartgesottenen-Chillzone Wikipedia-Chat – in Sachen Datensammelwut ist das Hobby-Lexikon ganz vorne dabei an der Internet-Front. In Erfahrung bringen wollen die Wikipedia-Betreiber nunmehr auch das Profil der User- und Autorenschaft. Eine am 28. November gestartete und auf sämtlichen Wikipedia-Seiten oben verlinkte Umfrage möchte genauer wissen, wer die Wikipedia-User(innen) sind und was sie über das Projekt denken. Eine normale Umfrage, die lediglich der Verbesserung von Wikipedia dient? Keinesfalls. Durchführung und Intensität der Datenerhebung lassen eher auf eine schnelle Intervention von Datenschutzbeauftragten hoffen. Den ganzen Beitrag lesen »

Wikipedia: Im Visier der Rechten

18. Oktober 2008

Eine um die “Affäre Schubert” erweiterte Version dieses Beitrags erscheint parallel auf der Dokumentations- und Nachrichtenseite npd.blog, welche über rechte Aktivitäten – insbesondere die Strategien der NPD – kontinuierlich informiert.

Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia ist mittlerweile ein integraler Bestandteil der Internet-Landschaft. Unter dem Titel “Das Wikipedia Lexikon” publizierte der etablierte Bertelsmann-Verlag einen Einbänder mit Wikipedia-Einträgen. Das Ranking-Portal Alexa.com listet das Mitmach-Lexikon schon lange als Top-Ten-Domain. Auch sonst gilt: Wer etwas nicht weiß, greift immer öfter zu Wikipedia. Im deutschsprachigen Enzyklopädieableger findet sich mittlerweile (fast) alles: Biografieeinträge zu Rockmusikern, Hausrezepte, praktische Erläuterungen wissenschaftlicher Begriffe und vieles mehr. Ebenso alltäglich ist allerdings, daß man in Wikipedia Beiträge findet, die mehr oder weniger offensichtlich mit rechter, revanchistischer und geschichtsrevisionistischer Ideologie durchwirkt sind. Im Dezember letzten Jahres platzte der damaligen Linkspartei-Vizevorsitzenden Katina Schubert schließlich der Kragen. Wegen volksverhetzender Inhalte kündigte sie eine Strafanzeige gegen Wikipedia an (siehe Artikel in diesem Blog hier). Seither ist fast ein Jahr vergangen; die Anzeige wurde zurückgezogen; einige Lexikoneinträge korrigiert. Allerdings: Sieht man sich verschiedene NS-Themenbereiche genauer an, stellt man fest: In Sachen NS-Darstellung bietet das freie Lexikon weiterhin ein beliebtes Betätigungsfeld für offen und verdeckt agierende Rechte. Den ganzen Beitrag lesen »

Pranger-Kategorie für Personenartikel

13. September 2008

Was ist ein Mörder? Die deutsche Ausgabe des Internet-Lexikons Wikipedia faßt sich hier lapidar kurz: “Personen, die einen Mord verübt haben”. Größere Kompetenz maßt sich Wikipedia dagegen an bei der Klärung der Frage, wer alles ein Mörder ist. Alphabetisch ordentlich gegliedert von A bis Z, listet eine Personenübersicht zum Thema, die Kategorie “Mörder”, mehr als 200 Personen auf – einige NS-Kriegsverbrecher, rund zwei Dutzend ehemalige Angehörige der RAF, die Mitglieder des Manson-Clans, ein paar bekannte Mordfälle und zahlreiche weniger bekannte, lange zurückliegende wie aktuelle. Frage: Macht eine solche Liste Sinn? Oder dient sie lediglich als Pranger, als Möglichkeit, bestimmte Personen oder Personengruppen mit einer “Böse”-Wertung zu verschlagworten? Auch unter den Aktivisten der deutschsprachigen Wikipedia herrscht hierüber alles andere als Konsens. Allerdings: Eine Löschung der umstrittenen Kategorie scheiterte bislang am Widerstand einer Benutzergruppe, deren Rechtsempfinden offensichtlich stark von einem auflagenstarken Boulevardblatt geprägt wird. Daß die Enzyklopädiekategorie “Mörder” immer stärker zum Betätigungsfeld wird für Editoren mit rechtspopulistischem Hintergrund und simpel gestricktem Law-and-Order-Denken, zeigt ein Paradeartikel aus dem Bereich – der Beitrag zu dem US-amerikanischen Black-Panther-Aktivisten, Buchautoren und langjährigen Todestrakt-Insassen Mumia Abu-Jamal. Den ganzen Beitrag lesen »

Knol ist da

27. Juli 2008

Knol, das neue Wikipedia-Konkurrenzportal von Google, ist seit Ende Juli online. Aktuell im Internet steht zwar erst eine frühe Beta-Version. Beim deutschsprachigen Ableger wird gegenwärtig noch das Portal-Firmament verlegt. Auch der Artikelbestand, einige hundert Beiträge, ist zur Zeit alles andere als beeindruckend. Allerdings: Auf eine ähnliche Weise hat auch Wikipedia begonnen. Verändert hat sich indes das Aufmerksamkeits-Level: Ungeachtet des frühen Beta-Stadiums sorgt Knol bereits jetzt für Umbruchstimmung in der Szene. Bei Wikipedia hat es die Konkurrenz des Suchmaschinenbetreibers Google bereits zu einem soliden Artikel gebracht. Inoffiziell versucht man zwar nach Kräften, Konzept und Bedeutung des neuen Portals zu bagatellisieren. Nichtsdestotrotz scheint auch den Wikipedia-Offiziellen langsam zu dämmern, daß hier vielleicht eine attraktive Alternative ins Haus steht. Den ganzen Beitrag lesen »

Sperrorgie geht weiter

26. Juli 2008

So kann’s gehen. Kaum ist ein Beitrag online, der vom halbwegs glücklichen Ende einer unerfreulichen Affaire berichtet, rasten alle erst richtig aus. Die ursprüngliche Ergänzung zum Beitrag “Wikipedia-Sperre für Bloggen” klang recht optimistisch: “Das in diesem Artikel weiter unten beschriebene Verfahren ist, zumindest vorerst, wohl vom Tisch. Am Freitag, dem 25. Juli, beendete der Initiator der dreimonatigen Sperre, Achim Raschka, das von einer deutlichen Mehrheit abgelehnte Entsperrverfahren und hob seine Sperrentscheidung gegen den blogkommentarschreibenden User Brummfuss wieder auf.” Leider ist diese Aussage nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Knapp 24 Stunden nach Aufhebung der Sperrentscheidung und der Beendigung des blamablen Entsperrverfahrens wurde nicht nur der Account des kritischen Wikipedia-Users Brummfuss erneut gesperrt, sondern zusätzlich zwei weitere. Während es normale Menschen in dieser Jahreszeit eher zum Baggersee zieht, eskalieren einige Admins der deutschsprachigen Wikipedia einen beendeten Konflikt zu einer richtiggehenden Säuberungsaktion. Die neuesten Ereignisse – eine Neusperrung, und zwei weitere dazu. Den ganzen Beitrag lesen »

Editorial

23. Juli 2008

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia scheint endgültig in der Gesellschaft angekommen zu sein. Präsent ist freies Wissen nunmehr auch bei Spiegel Online. Intern als Erfolg gewertet wird derzeit die Installation sogenannter Gesichteter Versionen. Allerdings: Nicht alle Aktivisten und Beobachter des Projekts sind der Meinung, daß dessen Probleme mit Software-Kosmetik allein behoben sind. Im Mittelpunkt des “Wikipedia inside”-Weblogs diesmal zwei Themenschwerpunkte: Zum einen die von Wikimedia Deutschland e. V. in die Wege geleitete Kooperation mit dem Bertelsmann Verlag. Über den Verlauf der internen Auseinandersetzungen hinaus beleuchtet der Beitrag Wikipedia und die mehreren Milliarden auch die Medienkonstellation, in die sich einige Projektverantwortliche hier begeben haben sowie ein weiteres delikates Thema: den pekuniären Wert der Marke Wikipedia. xx Der zweite Beitrag, Wikipedia-Sperre fürs Bloggen, widmet sich einem leider schon länger virulenten Thema: das Wikipedia-Admins bei Kritik an bestimmten Projektzuständen (Anlaß, wieder einmal: das unbehinderte Treiben rechtslastiger Editoren) ausrasten und zum Sperrknopf greifen. Frage: Dürfen Wikipedia-Autoren bloggen? Dort offensichtlich nicht immer. Hier schon. Viel Spaß beim Lesen.

Günter Schuler, 23. Juli 2008

Wikipedia und die mehreren Milliarden

23. Juli 2008

“Mehrere Milliarden US-Dollar”: So hoch veranschlagte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales in einem Interview mit der Tageszeitung “Welt” am 23. Februar dieses Jahres den derzeitigen Wert des freien Lexikons. Eine zehnstellige Summe, wenn auch (vorerst) nur ideell – das ist nicht schlecht. Auch sonst geht es bei der offenen, durch die Netz-User erstellten Internet-Enzyklopädie immer öfter um Geld und Deals. Für Irritationen innerhalb der deutschsprachigen Community sorgte anfang des Jahres eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Wikipedia-Lobbyverein Wikimedia Deutschland e.V. und dem Bertelsmann-Konzern. Konkret ging es dabei um das neue Spiegel Online-Wissensportal Spiegel Wissen. Das Nachrichtenmagazin hat für seinen neuen Internet-Zusatzservice nicht nur sein umfangreiches Textarchiv frei zugänglich gemacht. Flankiert wird der Auftritt durch zusätzliche Bertelsmann-Wissensquellen sowie den kompletten Artikelbestand der deutschsprachigen Wikipedia. Nicht wenige Enzyklopädieaktivisten sehen die zustandegekommene Kooperation allerdings kritisch. Anlaß: Anders als bei “gewöhnlichen” Webseiten mit Wikipedia-Inhalten stellte Wikimedia Deutschland hier auch technisches Know-How für eine stetige Aktualisierung der Inhalte, einen sogenannten Live-Mirror. Hinzu kommt die Zurverfügungstellung des markenrechtlich geschützten Wikipedia-Logos. Gegenleistung des Konzerns: eine Spende in unbekannter Höhe. Da bei diesem Deal alle nur zu gewinnen scheinen, lautet die Frage: Was gibt es auszusetzen an dieser Kooperation? Den ganzen Beitrag lesen »

Wikipedia-Sperre fürs Bloggen

21. Juli 2008

Dürfen Wikipedia-Autoren bloggen? Eigentlich eine blöde Frage. Als Massenphänomen sind Weblogs hierzulande zwar nicht so der Renner wie etwa in den USA, Japan oder den Niederlanden. Trotz geringerer Blogdichte ist das Recht auf Publikationsfreiheit allerdings auch hierzulande gewährleistet – ebenso wie etwa das Recht zu wählen oder das auf freie Berufs-, Partner- oder Wohnortwahl. Einige Wikipedia-Administratoren – insbesondere beim deutschsprachigen Projektableger – scheinen indes zu glauben, daß die Wikipedia-Regeln Vorfahrt haben. Zwar bloggt auch der Inner Circle der deutschen Lexikonaktivisten recht rege: Vom Mitteilen der unmittelbaren Tagesbefindlichkeit bis hin zu Artikeln, wie toll Wikipedia ist, findet sich für jeden Geschmack etwas. Blogger hingegen, die sich den weniger schönen Aspekten der Online-Enzyklopädie widmen, sind bei Wikipedia nicht so gern gesehen – zumindest nicht als Enzyklopädiemitarbeiter. Versuchte und erfolgreich durchgeführte Benutzersperrungen wegen wikipediakritischer Blogs gab es in den letzten Jahren einige. Aktuell anhängig ist ein neuer Fall: Drei Monate Sperre, verhängt gegen einen seit Jahren aktiven Projektaktivisten. Der Grund: ein Kommentar in einem Weblog, welches sich speziell dem rechten Rand innerhalb der Wikipedia widmet. Nazis in Wikipedia – weiterhin ein Tabuthema, über das nicht gesprochen werden darf? Die neuesten Turbulenzen aus der Wikipedia-Disziplinarküche im folgenden Bericht. Den ganzen Beitrag lesen »

Editorial

25. Januar 2008

Auch das Blog zum Buch “Wikipedia inside” geht nunmehr ins neue Jahr. Anlaß für ein paar Klein-Renovierungen. Die Wichtigste betrifft die aktualisierte Vorschau, die bisher an dieser Stelle anzutreffen war. An ihrer Stelle erscheint nunmehr zu jeder Artikelstaffel ein Editorial. Zum einen ist dies ein Service für die Leserinnen und Leser: Eine kurze Einführung in die Themen, die aktuell anstehen, ist für die Orientierung mit Sicherheit hilfreich. Darüber hinaus ist die “Editorial”-Form auch für “Vorschau”- Ankündigungen nicht ungeeignet. Die letzte Vorschau ist diesmal nicht gelöscht wie sonst, sondern rückt einfach nach unten – inklusive der darin stehenden Kommentare. xx Schwerpunkt im Januar und Februar ist das bereits angekündigte Thema “Adminpedia”. Daß die Machtstrukturen der deutschsprachigen Wikipedia von vielen kritisiert werden, ist nun kein neuer Fakt. Neu ist allerdings ein aktuelles Meinungsbild, bei dem erstmals die Position der Projektadministratoren zur Disposition steht. Wiederwahlen für Admins – Ja oder Nein? Mit dem aktuell laufenden Meinungsbild zu dieser Frage und den Turbulenzen darum beschäftigt sich der erste Beitrag. Beitrag zwei ist schlicht und simpel mit der Headline “Danke, Katina Schubert!” unterschrieben. Die stellvertretende Vorsitzende der Linken hatte im Dezember eine Strafanzeige gegen Wikipedia angedroht, diese allerdings kurz darauf wieder zurückgezogen. Über die pressebekannten Fakten hinaus rückt der Beitrag den Umgang der Wikipedianer mit den beanstandenen Beiträgen zu NS-Organisationen in den Mittelpunkt. Da die Chose in diesem Blog bereits Thema war, hätte man auch die Headline “Hitler-Jugend: A Never Ending Story” verwenden können. Beitrag drei begibt sich schließlich in die Alltagsgefilde der “Adminpedia”. Das Beispiel, der Wikipedia-Eintrag zur Deutschrock-Band Guru Guru, war ein Zufallsfund und ursprünglich für eine ganz andere Thematik vorgesehen: wie sich ein ganz unspektakulärer WP-Beitrag mit der Zeit entwickelt. Was allerdings zutage trat, war Adminherrlichkeit, wie sie viele Autor(inn)en von Wikipedia nur zur Genüge kennen. In “Guru Guru, oder: Administratoren des Grauens”, ist die Geschichte des freien Lexikoneintrags beschrieben. xx P.s.: Der angekündigte Beitrag zu den Patzern, Fehlern und Peinlichkeiten ist nicht vergessen, allerdings abermals aufgeschoben. Wer ungeduldig ist, kann sich schon mal hiermit aufwärmen. Viel Spaß beim Lesen wünscht

Günter Schuler, 25. Januar 2008

Wiederwahlen für Wikipedia-Admins?

25. Januar 2008

Es tut sich einiges in der deutschsprachigen Wikipedia. Das Regiment aus Redeverboten, Benutzersperrungen und Bürokratie, daß in der ersten Jahreshälfte 2007 noch an allen Ecken und Enden das Klima vergiftete, weicht aktuell einem immer weiter um sich greifenden Bedürfnis nach Diskussion. Hinweise auf die gewandelte Stimmung findet man zuhauf. Ein Ende Januar gestarteter Thread mit dem Titel “Die gefühlte und die echte Willkür” etwa verursachte in der Mailingliste wahre Postkörbe mit Statements. Auch in Wikipedia selbst findet man jede Menge neuer Grundsatzbeiträge über den aktuellen Zustand sowie die weitere Ausrichtung des Projekts (zum Beispiel hier, hier und hier). Deutlichstes Indiz dafür, daß der Handlungsdruck groß ist und die miese Stimmung an der Basis mittlerweile auch in den mittleren Etagen des Projekts als Problem eingeschätzt wird, ist ein aktuell laufendes Meinungsbild. Die zur Disposition stehende Frage: Sollen Administratoren des deutschsprachigen Projektablegers weiter “auf Lebenszeit” ernannt bleiben, oder sollen sie sich turnusmäßig stattfindenden Wiederwahlen stellen? Den ganzen Beitrag lesen »

Danke, Katina Schubert!

25. Januar 2008

Der 6. Dezember 2007 sollte eigentlich ein herausragender Tag für die Community der deutschsprachigen Wikipedia werden. Pressestories sind für die Aktivisten des Onlineenzyklopädie-Ablegers zwar nichts Ungewöhnliches. Die “stern”-Titelstory “Wie gut ist Wikipedia?” (Online-Kurzfassung: hier) brachte allerdings schon etwas mehr als nur die “Jimmy-Wales-Tagebücher”, die Vereinsaktivist Mathias Schindler Tags zuvor flapsig in der Mailingliste angekündigt hatte. Schöne, große Bilder, unter anderem von Jimmy Wales, Achim Raschka und Juliana da Costa-José sowie massig Textvolumen – der Stoff für eine gemütliche Vorweihnachts-Pressebeschau war am Kiosk. Besonderes Highlight: Der “stern” hatte Wikipedia von einem Kölner Wissenschaftsinstitut testen lassen. Ergebnis: ein Ähnliches wie auch in meinem Buch “Wikipedia inside” beschrieben - vielfältige Inhalte, detailhaltige, oft interessante Artikel und weitaus weniger Fehler als angesichts des offenen Prinzips zu erwarten. Daß die freie Online-Enzyklopädie auch ihre Schattenseiten hat, erfuhren die “stern”-Leser leider nicht. Die weniger schöne Enzyklopädiewirklichkeit meldete sich allerdings noch am selben Tag. Katina Schubert, stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei Die Linke, kündigte eine Strafanzeige an gegen Wikipedia wegen des Verbreitens verbotener NS-Symbole. Anlass: genau jene üppig illustrierte Artikelstaffel, deren NS-affine Darstellung bereits in diesem Weblog Thema war. Den ganzen Beitrag lesen »

Guru Guru, oder: Admins des Grauens

25. Januar 2008

Bei strittigen Themen mit Vorsicht zu genießen, für den Rest unbedenklich – so ungefähr könnte man die Meinung vieler kritischer Internetnutzer über das Mitmachprinzip von Wikipedia auf den Punkt bringen. Die Realität sieht allerdings anders aus. Daß Artikelstreits im freien Lexikon nicht nur auf glasklare ideologische Unvereinbarkeiten zurückzuführen sind, zeigen die derzeitigen Diskussionen um Machtstrukturen sowie das Arbeitsklima. Grundsatzfrage: Wie geht Wikipedia mit seinen Autoren um? Oder, anders gefragt: Sorgen lediglich problematische Themen wie etwa Kapitalismus oder Bosnien-Herzogowina für Wiki-Streß, oder bergen auch Artikel zu Linux, Avataren und Musikbands Stoff für Zunder? Wer genauer hinschaut, wird bemerken: Letzteres ist der Fall. Ein nicht unwesentlicher Mitgrund für diese Artikelauseinandersetzungen: das freie Schalten und Walten der Projektadministratoren. Wikipediaintern hat es sich längst zu einem veritablen Selbstläufer entwickelt; selbst Artikel zu Popsternchen oder Nebenfiguren des “Herr der Ringe” sind vor unmotivierten Eingriffen längst nicht mehr sicher. Wenig Anerkennung, wenig Einfluß, dafür viel Frust – fürs artikelschreibende Autoren-Fußvolk der freien Enzyklopädie ist diese Alltagserfahrung mittlerweile normal. Wie die Macher der deutschsprachigen Lexikonausgabe Artikeln und ihren Autor(inn)en tagtäglich Steine in den Weg legen, zeigt die Geschichte eines ganz normalen Musikeintrags: demjenigen zur Krautrock-Band Guru Guru. Den ganzen Beitrag lesen »

Vorschau

30. November 2007

Geplant: Eine kleine Fehlerlese – Patzer, Fehler & Peinlichkeiten +++ Warum so wenig Frauen in Wikipedia mitarbeiten +++ Check: Themen-Fachleute checken Wikipedia-Themengebiete

“Wikipedia inside” – FAQ

30. November 2007

Da “Wikipedia inside” und dieses Weblog mit flankierenden, aktuellen Informationen zum Teil kontrovers diskutiert werden, an dieser Stelle in FAQ-Form einige Fragen und Antworten zu Autor, Buch, Blog sowie ihr Verhältnis zu Wikipedia. Den ganzen Beitrag lesen »

Wikipedia-Begeisterung flacht ab

30. November 2007

Sind die fetten Jahre für Wikipedia vorbei? Eine von einem US-amerikanischen Physikstudenten ausgeführte Erhebung erhärtet diesen Eindruck. Seit Januar 2007, so Robert Rohde von der University of California in Berkeley, stagniere das Wachstum von Wikipedia erstmals über einen längeren Zeitpunkt. Die Zahlen von Rohde, basierend auf der Auswertung von über 100000 Beiträgen der englischsprachigen Ausgabe inklusive der Logfiles, konstatieren Stagnation gleich auf mehreren Gebieten: der Anzahl der User-Neuanmeldungen, der Anzahl der Artikelbearbeitungen pro Tag und schließlich der abnehmenden Anzahl zusätzlich upgeloadeter Medien wie zum Beispiel Bilder oder Tondateien. Steigerungen machte Rohde lediglich in einem Segment aus: der Anzahl der Artikelreverts, welche mittlerweile ein Fünftel aller Bearbeitungen ausmachen. Den ganzen Beitrag lesen »

NS, Pulverdampf und große Männer

30. November 2007

Die rechtslastigen Peinlichkeiten, Geschichtsbeitrags-Manipulationen und Militärverherrlichungen im freien Internetlexikon Wikipedia nehmen kein Ende. Das derzeit geltende Motto “Offensichtlich Braunes fliegt raus, aber unterhalb dieses Levels sind wir nicht so” bewahrheitete sich auch bei zwei neuen Konfliktfeldern im Oktober und November 2007. Konfliktfall eins waren einige historische Beiträge zu NS-Massenorganisationen wie dem Bund Deutscher Mädel (BDM), der Hitler-Jugend oder dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps. Mehr oder weniger unbemerkt hatten sich diese zu veritablen NS-Verherrlichungsartikeln entwickelt. Ein pikanter Nebeneffekt: Recht zweckdienlich waren sie auch als Textcontainer für die Abbildung zahlreicher Wimpel, Abzeichen und weiterer einschlägiger Devotionalien. Rechter Müll – Nein Danke? Nicht ganz. Während einige Projektaktive noch dabei waren, die aufgeführten Beiträge auf ein enzyklopädiegeeignetes Maß zurückzustutzen, bahnte sich an anderer Stelle eine Tendenzentscheidung an, welche dem Restrenommee der Wikipedia-Geschichtsartikel möglicherweise endgültig die Kante gibt. Per Meinungsbild grünes Licht bekam am 16. November 2007 die flächendeckende Verwendung von Infoboxen zu militärischen Konflikten. Topp-Piorität bei Abhandlungen zu Schlachten und Kriegen genießen in Zukunft nicht mehr Ursachen und Verlauf, sondern vielmehr die Fakten-Fakten-Fakten nach der Art des “Focus”: Wer gegen wen, General A, General B, Tote A und Tote B. Was tut sich aktuell in den Bereichen Geschichtsartikel und Militär? Den ganzen Beitrag lesen »

Zoff um Zedler

30. November 2007

Im August 2007 vergab Wikimedia Deutschland e. V. zusammen mit der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur sowie dem Fachzeitschriftenverlag “Spektrum der Wissenschaft” den mit 3000 Euro dotierten Zedler-Preis für einen herausragenden Wikipedia-Beitrag zu einem geisteswissenschaftlichen Thema. Die aus Wissenschaftlern zusammengesetzte Jury vergab die Auszeichnung an den Literaturübersetzer Josef Winiger, 63, und seinen Wikipedia-Beitrag über den Philosophen Ludwig Feuerbach. Da Autor Winiger bereits eine Biografie zu Feuerbach publiziert hatte, hinterließ die Veranstaltung ein recht positives Medienecho. Dies könnte sich möglicherweise noch ändern. Knapp vier Monate nach dem Ereignis nämlich ist zwischen Community- und Vereins-Aktiven Zoff entbrannt um die Hinterlassenschaften der Veranstaltung. Nach Meinung einiger Kritiker aus der Community wurden diese nämlich nicht vollständig und nicht termingerecht in die freie Enzyklopädie eingepflegt. Frage: Gab es realen Anlaß für den Streit, oder handelte es sich lediglich um einen der vielen wikipedianischen Stürme im Wasserglas? Den ganzen Beitrag lesen »

Presse-Reaktionen auf “Wikipedia inside”

30. November 2007

Welche Resonanzen hat “Wikipeda inside” hervorgerufen? Die Buch-Rezensionen der Wikipedia-Aktiven Poupou l’qourouce und Klaus Graf (siehe auch Blog-Beitrag “Community-Reaktionen auf “Wikipedia inside”) steckten bereits recht früh das Spektrum der Reaktionen aus dem unmittelbaren Wikipedia-Umfeld ab. Während einige der im Buch Genannten es vorzogen, verschnupft oder gar beleidigt zu reagieren, griffen andere Aktive die im Buch dargestellten Kritikpunkte durchaus auf. Hinter den Kulissen – sprich: auf diversen Projektseiten und nicht zuletzt auch in Kommentaren auf diesem Weblog – halten die Diskussion unvermindert an. Was rechtslastige Inhalte angeht, Antidiskriminierungsetikette, Erweiterung der NPOV um den Punkt Menschenrechtscarta oder auch Admins, die sich lieber an Dirty Harry als an Diderot orientieren, besteht offensichtlich Diskussionsbedarf. Wie sieht es jedoch mit der Außenwirkung aus? Was tat sich in der etablierten Presse? Wie war dort die Resonanz auf “Wikipedia inside”? Den ganzen Beitrag lesen »

Personendaten-Sammelstelle Wikipedia

11. Oktober 2007

Daß Wikipedia einen Umgang mit personenbezogenen Daten pflegt, der auf der Schmerzskala weit oben liegt, läßt sich auch von Wohlmeinenden kaum übersehen. Von der frischfröhlichen Datensammelwut enzyklopädisierender Internet-Paparazzos sind jedoch nicht nur mehr oder weniger prominente Zeitgenossen betroffen (wie beispielsweise die Sängerin der Band MIA, deren Realname im entsprechenden Bandartikel geoutet wurde), sondern auch die eigenen Mitarbeiter. Erst im Sommer dieses Jahres wurde der User Edit Counter, ein besonders agressives Tool zum Überwachen der mitschreibenden Enzyklopädiekollegen, stillschweigend aus dem Verkehr gezogen. Einige Basicfunktionen – etwa das Festellen der Edit-Anzahl eines beliebigen Users – stehen in Wikipedia nach wie vor zur Verfügung; auch eine aktualisierte Beta-Version dieses Tools wird zwischenzeitlich wieder verfügbar gemacht. Den ganzen Beitrag lesen »

Antisemitische Äußerungen kein Sperrgrund?

11. Oktober 2007

“Antisemitische Äußerungen sind kein Sperrgrund.” So steht es, und zwar Wort für Wort, auf einer Wikipedia-Arbeitsseite, welche der internen Koordination der Projekt-Administratoren dient. Der “Admin”, der diese aufschlußreiche Interpretation der Wikipedia-Regeln am 16. Juni 2007 zum besten gab, ist innerhalb der Community kein Unbekannter: Sebastian Moleski, seit Sommer dieses Jahres auch Mitglied im Vorstand des Vereins Wikimedia Deutschland e. V. (1), gilt unter seinem Wikipedia-Pseudonym Sebmol nicht nur als überdurchschnittlich fleißiger Verwaltungsbeamter, sondern auch als einer der exponiertesten Verfechter einer harten Linie bei der Durchsetzung der berüchtigten Wikipedia-Höflichkeitsregeln. Und die gelten – das scheint im derzeitigen Inner Cirle der deutschsprachigen Wikipedia-Ausgabe zumindest eine diskussionswürdige Position zu sein – auch für Rassisten, Antisemiten, Neonazis und ähnliche Zeitgenossen. Was war der konkrete Anlaß? Den ganzen Beitrag lesen »

Popmusik vs. Film: Vielfalt kontra Wikiideologie

11. Oktober 2007

Nicht wenige Internet-User zweifeln zwar die Qualität und Richtigkeit der Beiträge in Wikipedia an. Eines gestehen der Online-Enzyklopädie allerdings selbst die schlimmsten Neider zu: Bei den sogenannten “Kampfstern Galactica-Themen” – also bei weichen Sachgenres wie Computer-, Trash- und Popkultur – ist die Informationsfülle von Wikipedia kaum zu toppen. Zwar findet man auch in diesen Themenbereichen die obligatorischen Qualitätsunterschiede. Bemerkenswerterweise sind diese jedoch sehr ungleich verteilt: Je nach Kompetenz und Anzahl der festen Autor(inn)en präsentiert sich Genre Nummer eins in Topform, Genre Nummer zwei hingegen als Großbaustelle. Nicht immer läßt sich diese Differenz mit unterschiedlich starken Autoren-Bataillonen begründen. Manche Katastrophen sind hausgemacht. Dieser Beitrag vergleicht einen Idealfall – die schon heute eine fachlich versierte Poplexikonreihe abgebenden Einträge im Bereich Pop & Rock – mit einer dieser Katastrophen: dem Genre Film, daß aufgrund einer weltfremden, überdrehten Wikipedia-Ideologie weitgehend in den Keller geschrieben ist. Den ganzen Beitrag lesen »

Community-Reaktionen auf “Wikipedia inside”

22. September 2007

Reaktionen – sowohl positive als auch kritische – sind für einen engagierten Titel wie “Wikipedia inside” natürlich das beste Kompliment. Die Diskussion, wie es mit dem Projekt einer offen editierbaren Internet-Enzyklopädie weitergehen soll, hat darüber auch eine allgemeine Relevanz. Wie auch immer: Erste Feedbacks aus der Community sind mittlerweile zu verzeichnen. Auch wenn derartige Rückmeldungen zu erwarten waren: Die Statements, die in den Insider-Blogs diverser Community-Mitglieder zirkulieren (und in einem Fall auch als Leserrezension bei amazon eingestellt wurden), artikulieren viel persönliche Betroffenheit, dafür allerdings wenig substanzielle Kritik. Insgesamt scheint sich mittlerweile allerdings ein differenzierterer Umgang abzuzeichnen mit den im Buch formulierten Kritikpunkten an der freien Enzyklopädie. Dies dokumentiert jedenfalls eine weitere Blog-Rezension eines Wikipedianers namens Klaus Graf. Den ganzen Beitrag lesen »

Sexlinks erfolglos angezeigt

22. September 2007

Der “Wikikurier”, das communityinterne Boulevardblatt der deutschsprachigen Wikipedia, mag enzyklopädisch gesehen eher nicht so relevant sein. Über das, was innerhalb der Community für wichtig und darum berichtenswert gehalten wird, gibt diese Seite allerdings recht aufschlußreiche Auskünfte. Aufschluß darüber, daß einige Wikipedianer selbst wegen Banalitäten die Justiz bemühen, gibt die aktuelle Version des virtuellen Community-Mitteilungsblättchens. Was ist geschehen? Laut “Wikikurier” mußte Markus Schweiß, bis Frühjahr 2007 einflußreicher Wikipedianer und Projekt-Administrator, eine gerichtliche Niederlage gegen den bereits 2005 gesperrten Wikipedia-Editor mit dem Pseudonym Mutter Erde einstecken. Der Anlaß: Schweiß hatte diesen angezeigt wegen Links auf Wikipedia-Diskussionsseiten zu Sexseiten im Internet. Den ganzen Beitrag lesen »

Wikipedia und die Dixie Chicks

22. September 2007

Es gibt auch positive Dinge aus der Welt der Wikipedia zu berichten. Seit rund einem Jahr enthält die Online-Enzyklopädie einen fundierten und informativen Artikel zur texanischen Country-Frauenband Dixie Chicks. Weder ausgespart noch verharmlost oder relativiert werden in ihm insbesondere die Auseinandersetzungen um Äußerungen der Bandmitgliederinnen zu George W. Bush und dem Irak-Krieg. Eingehend dokumentiert sind die Turbulenzen, die seinerzeit Auftrittsverbote, Radioboykotte und andere Konsequenzen bis hin zu Morddrohungen nach sich zogen, nunmehr in einem sehenswerten Film. “Shut Up And Sing” läuft seit August in den Kinos und vermittelt – jenseits aller Schönfärberei – ein realistisches Bild des Drucks, dem die drei Bandmitgliederinnen und ihr Umfeld ausgesetzt waren. Den ganzen Beitrag lesen »

Rechtslastige Edits in Wikipedia

22. September 2007

Wikipedia, rechtslastige Inhalte und rechte Editoren sind nicht umsonst ein Thema, daß in “Wikipedia inside” an vorgerückter Stelle dargestellt wird. Insgesamt auffällig bei diesem Themenkomplex sind zwei Sachverhalte: zum einen die unübersehbare Tatsache, daß zahlreiche Wikipedia-Artikel von rechtslastigem, antiemanzipatorischem oder fundamentalistischem Gedankengut infiziert sind, zum anderen die unkritische Laissez-faire-Haltung der Projektverantwortlichen dann, wenn es darum gehen würde, eindeutig Farbe zu bekennen. Zu beiden Aspekten gibt es zwei neue Beispiele: das Infragestellen belegter Fakten im Beitrag zu der umstrittenen Ex-NDR-Moderatorin und Buchautorin Eva Herman und ein Artikel zu einem NS-Thema, der in seiner geschwätzigen Faktenhuberei symptomatisch ist für die politisch indifferente Haltung der gegenwärtigen Wikipedia-Betreiber: der Beitrag zum Horst-Wessel-Lied. Mit rechtslastigen Edits in Wikipedia befaßt sich nunmehr auch ein Beitrag in einer weiteren Buch-Neuerscheinung. Konkretes Thema hier: das (gar nicht so) überraschende Interesse der Wochenzeitung “Junge Freiheit” an dem freien Lexikon. Den ganzen Beitrag lesen »

Geisteswissenschaftler händeringend gesucht

22. September 2007

Ist Wikipedia auf dem guten Weg zu einer seriösen Enzyklopädie? Seit im Sommer 2007 die Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur zusammen mit dem Verlag “Spektrum der Wissenschaft” und dem Verein Wikimedia Deutschland e. V. die mit 3000 Euro dotierte Zedler-Medaille verlieh als Auszeichnung für die Überarbeitung des Wikipedia-Artikels zu dem Philosophen Ludwig Feuerbach, werden Wikikurier, der Pressespiegel von Wikipedia, die in der Mailingliste postenden Wikipedia-Promis sowie Wikimedia Deutschland e. V. werden nicht müde, die gute Nachricht in alle Welt zu verbreiten. Den ganzen Beitrag lesen »